Zum Hauptinhalt springen

Flutkatastrophe in der Wallonie jährt sich zum zweiten Mal: 39 Menschen kamen damals um

Heute vor zwei Jahren wurde die Wallonie von einem verheerenden und tödlichen Hochwasser  heimgesucht. Die Gemeinden rund um die Kleinstadt Verviers, im Osten der Provinz Lüttich waren damals besonders betroffen.

Veröffentlicht:

Unter anderem in Pepinster, Trooz und Chaudfontaine strömten die Wassermassen durch die Straßen und überraschten die Bewohner. In kürzester Zeit waren die Straßen überflutet und in vielen Häusern stand das Wasser bis zu zweieinhalb Meter hoch. F

Feuerwehrleute und Rettungskräfte aus dem ganzen Land und dem Ausland versuchten, die Bewohner mit Booten und Hubschraubern zu retten. Viele Menschen kletterten auf die Dächer und warteten dort auf Hilfe.

Was sie damals erlebte, werde sie nie vergessen, sagt Christine Fraiture, eine der Betroffenen: „Wenn ich daran zurückdenke, macht das etwas mit mir. Wenn es stark regnet, schlagen unsere Herzen wieder schneller und wir fragen uns, ob es wieder passieren wird.“

„Als ich in meine Haus zurückkehren durfte, sah ich, dass es sehr schlimm war. Das bleibt in meinem Gedächtnis. Das vergisst man nicht. Wir haben weiterhin Angst“ sagt auch Zlotan Szabo.

ANSEHEN

Das Hochwasser besorgte Belgien eine nie gesehene Naturkatastrophe. 39 Menschen verloren ihr Leben in den Fluten. 642 Häuser stürzten ein. 45.000 Häuser wurden beschädigt. Tausende von Familien konnten nicht in ihren Häusern bleiben und mussten vorübergehend oder dauerhaft umziehen. Der Schaden belief sich auf 2,1 Milliarden Euro.

Gedenken an die Opfer

Heute wird in der Region an die Flutkatastrophe erinnert. In den betroffenen Städten und Gemeinden gibt es Gedenkveranstaltungen für die Einwohner. Gestern schon in Pepinster, am heutigen Freitagnachmittag in Esneux, heute Abend in Chaudfontaine.

Blumen werden am Mahnmal niedergelegt, die Namen der Todesopfer werden verlesen. Morgen wird auch der europäische Vizekommissionspräsident Frans Timmermans nach Chaudfontaine reisen. Dann ist der erste europäische Gedenktag für die Opfer des Klimawandels und der wird von nun an jedes Jahr am 15. Juli stattfinden.

ANSEHEN

Wie sieht es inzwischen mit dem Wiederaufbau aus?

Die Infrastruktur (Straßen, Brücken) wurde instand gesetzt und die Renovierung der beschädigten Häuser schreitet voran. Die meisten Bewohner sind zurückgekehrt. Manchmal hat es allerdings lange gedauert, weil es Streitigkeiten mit den Versicherungen gab oder man noch auf die letzte Rate wartete, so wurde z. B. ein Restaurant erst nach zwei Jahren wieder eröffnet.

Aber der Langzeitplan zur Vermeidung solcher Katastrophen – der Masterplan für das Tal der Weser - ist eine langfristige Herausforderung. Der sieht unter anderem auch Pufferbecken in kritischen Bereichen vor, aber die können nur nach Enteignungen und dem Abriss von Häusern gebaut werden. Das ist noch lange nicht umgesetzt, denn der Verwaltungsweg ist lang. Manchmal hatten die Leute schon mit der Renovierung ihrer Wohnung begonnen, um dann zu erfahren, dass ihr Haus doch wieder abgerissen werden muss. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5