Eine aktuelle Statistik des Nationalen Instituts für Kriminalistik und Kriminologie (NICC) in Belgien zeigen, dass die hiesigen Pflegezentren nach sexueller Gewalt letztes Jahr 3.287 Opfer solcher Vorfälle betreut haben. Etwa die Hälfte der Opfer waren Kinder und Jugendliche. Belgiens Staatssekretärin für Gender- und Chancengleichheit sowie Diversität Marie-Colline Leroy (Ecolo) spricht von „schockierenden Zahlen.“
"Schockierende Zahlen": Zunahme bei sexueller Gewalt gegen Minderjährige und junge Erwachsene
Zum einen belaufen sich die allgemeinen Zahlen bei der Opferbetreuung auf eine Verdoppelung der Statistik von 2021 und zum anderen stieg die Zahl der signifikant betroffenen jungen Leute um über 50 %. Das betrifft in erster Linie schulpflichtige Kinder und Jugendliche.
Staatssekretärin Leroy will jetzt Mittel freimachen, damit 4 weitere Pflegezentren nach sexueller Gewalt eröffnet werden können und zwar eines in der Region Halle-Vilvoorde in Flämisch-Brabant bei Brüssel, eines in Eupen in Ostelgien, eines in Mons in der Provinz Hennegau und eines in der Provinz Wallonisch-Brabant. Diese Zentren kommen zu den 10 neuen Einrichtungen hinzu, die bis Ende des laufenden Jahres in Belgien eröffnet werden.
Wir wollen, dass mehr Leute wissen, dass es solche Pflegezentren nach sexueller Gewalt gibt und dass dies Orte für eine ganzheitliche Betreuung sind.“
Staatssekretärin für Gender- und Chancengleichheit sowie Diversität Marie-Colline Leroy (Ecolo)
Leroy lanciert zudem ab Herbst zum Schulanfang nach den Sommerferien eine neue Sensibilisierungskampagne gegen sexuelle Gewalt gegen Kinder (ein Drittel der Opfer sind Minderjährige) und Jugendliche (das Durchschnittsalter der Betroffenen jungen Leute liegt bei 24 Jahren). Eine weitere gefährdete Gruppe sind Einwanderer ohne gültige Papiere.
„Die Opfer brauchen die Pflege, die sie nötig haben. Die Pflegzentren legen ihren Fokus auf die Nöte der Opfer, was die Verarbeitung dessen betrifft, was sie erlebt haben, um ihnen weiterzuhelfen“, so Staatssekretärin Leroy: „Wir wollen, dass mehr Leute wissen, dass es solche Pflegezentren nach sexueller Gewalt gibt und dass dies Orte für eine ganzheitliche Betreuung sind.“
