Gegen zwei Hausärzte aus Boortmeerbeek in Flämisch-Brabant laufen Ermittlungen wegen möglicher Regelverstöße bei der Vergabe von Sterbehilfe. Sie sollen bei einigen ihrer Patienten bei der Ausführung von Sterbehilfe manchmal nachlässig gewesen sein. Die Ermittlungen laufen bereits seit 5 Jahren nach einer Klage eines anderen Hausarztes aus der gleichen Gemeinde.
Ermittlungen: Haben zwei Hausärzte in Flämisch-Brabant Sterbehilfe regelwidrig ausgeführt?
2018 nahm die Staatsanwaltschaft von Löwen in Flämisch-Brabant Ermittlungen gegen die beiden Hausärzte aus Boortmeerbeek auf. Sie sollen in mehreren Fällen die gesetzlichen Verfahren bei der Ausführung von Sterbehilfe missachtet haben.
Frédéric Thibaut, der Anwalt einer von den Ermittlungen betroffenen Ärztin, sagt, dass man nichts gegen sie in der Hand habe: „Die Klage kommt von einem frustrierten Ex-Kollegen. Meine Mandantin hat sich nichts vorzuwerfen. Leider ziehen sich die Ermittlungen schon seit 5 Jahren hin und das macht es ihr emotional sehr schwer.“
Walter Van Steenbrugge, der Anwalt des zweiten Beschuldigten, bedauert diesen Ermittlungen: „Das betrifft hier zwei sehr gute und engagierte Ärzte.“
Auch er bedauert, dass sich die Ermittlungen so lange hinziehen und zieht Parallelen zu den langen Berufungsverfahren nach der Sterbehilfe für eine 38 Jahre alte Frau aus Sint-Niklaas in Ostflandern, die wegen schwerem psychischen Leiden mit Sterbehilfe aus dem Leben schied.
Damals mussten drei Mediziner in Gent vor Gericht erscheinen, doch alle drei Angeklagten wurden freigesprochen. Auch dieses Verfahren zog sich lange Jahre hin, inklusive nicht enden wollender Berufungen. Sollte es jetzt wieder zu einem Prozess kommen, wollen beide Anwälte erneut auf Freispruch plädieren.
