Das AfricaMuseum in Tervueren (Flämisch-Brabant) bei Brüssel zieht rund 30 stereotype Skulpturen und Bilder aus der festen Ausstellung zurück und zeigt sie in Zukunft an einer gesonderten Stelle. Sie ungefiltert zu zeigen, sei nicht mehr möglich, so die Museumsverantwortlichen zu diesem Schritt.
Das AfricaMuseum in Tervueren zeigt stereotype Abbildungen nur noch an spezifischer Stelle aus
Vor rund 5 Jahren wurde das AfricaMuseum nach einer gründlichen Renovierung und einer Neubewertung der Ausstellung bzw. der Sammlung wiedereröffnet. Schon damals wurde beschlossen, die am deutlichsten stereotypen Stücke gesondert auszustellen.
Dabei handelt es sich in erster Linie um Bilder und Skulpturen, die die Afrikaner als eher primitive Wesen abbilden. „Wir wollten zeigen, dass wir zu einem Museum geworden sind, dass Afrika auf eine wesentlich nuanciertere und positive Art und Weise zeigen will“, sagte Museumsdirektor Bart Ouvry dazu.
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Ab jetzt aber wird dieser Bereich nicht mehr so einfach zu sehen sein: „Die Zeit ist angebrochen, um diese Abbildungen nicht mehr einfach so zu zeigen, denn es kann noch immer zu einer stereotypen Bildform beitragen, die bei bestimmten Besuchern falsch ankommen, weil sie den Kontext nicht kennen.“
Das bedeutet, dass diese Ausstellungsstücke an diskreterer Stelle untergebracht werden. Sie können somit nur in Begleitung eines Museumsführers betrachtet werden, der die dazu notwendigen Erklärungen zur Kolonialgeschichte weitergibt. „Es muss im Rahmen einer pädagogischen Herangehensweise geschehen. Sie ungefiltert den Besuchern zeigen geht nicht mehr“, so Ouvry gegenüber dem VRT-Sender Radio 2.
Neue Ausstellung in Vorbereitung
In der festen Ausstellung des AfricaMuseums sind noch immer einige Bereiche zu sehen, in denen es deutlich stereotype Szenen gibt, doch diese sind deutlich und ausdrücklich mit den dazu gehörenden Kontext versehen.
Ab Anfang 2024 wird im AfricaMuseum ein neuer und kleinerer Ausstellungsraum eröffnet. Die erste Ausstellung, die dort zu sehen ist, befasst sich mit der Forschung nach der Herkunft von Artefakten aus den ehemaligen belgischen Kolonien. Hier wird die Art und Weise, wie solche Gegenstände Afrika in Richtung Europa verlassen haben, gründlich erforscht.
Noch in diesem Sommer wird damit begonnen, fragliche Stücke aus der Sammlung und aus dem Museumsdepot herauszusuchen und neuzuordnen bzw. neu zu bewerten.
