Der flämische Abgeordnete Tom Ongena (47, Foto) übernimmt vorläufig den Vorsitz über die liberale Partei Open VLD von Premierminister Alexander De Croo. Vor einigen Tagen zog sich der bisherige Vorsitzende Egbert Lachaert aus diesem Amt zurück. Ongena gilt als „treuer Parteisoldat“ und will eigenen Angaben zufolge dabei helfen, seine Partei „gründlich zu erneuern.“
Tom Ongena wird Parteivorsitzender ad Interim bei den flämischen Liberalen Open VLD
Tom Ongena studierte Jura an der Antwerpener Universität (UAntwerpen) und begann seine politische Laufbahn im Jahr 2000 im Stadtrat von Mechelen (Prov. Antwerpen). 2003 wurde er Sprecher von Bürgermeister Bart Somers und behielt dieses Amt auch, als Somers kurzzeitig Parteichef der Open VLD wurde. In dieser Zeit übernahm Ongena auch das Amt des politischen Direktors seiner Partei.
2009 zur Tom Ongena nach Sint-Katelijne-Waver (Prov. Antwerpen) um, wo er erster Schöffe im Gemeinderat wurde. 2019 übernahm er als Nachfolgekandidat den Abgeordnetensitz von Bart Somers, als dieser Ministerämter übernahm und er zog als Nachfolgekandidat für Carina Van Cauter in den Senat ein, die Zweite Kammer im belgischen Bundesparlament.
Ongena gilt als erfahrener und „treuer Parteisoldat“ und sagt von sich selbst: „Ich bin jemand, der die Partei durch und durch kennt. Ich bin ein Mann der Basis.“
Schlechte Umfragewerte
Nach dem Rücktritt von Lachaert vom Parteivorsitz der Open VLD wurde Premier De Croo als „N°1“ der Partei angedeutet und er brauchte einen neuen Vorsitzenden.
Ongena muss De Croo also bei der Parteiarbeit unterstützen und dies in schwierigen Zeiten. Laut Umfragewerten kommen die flämischen Liberalen derzeit nur noch auf 8,3 % der Stimmen und dies trotz Regierungsteilnahme auf belgischer Bundes- und flämischer Landesebene.
Ongena will seine Partei stärken: „Dazu ist auch nötig, die Partei gründlich zu erneuern. Das ist auch die Forderung des Parteibüros.“ Innerhalb der Open VLD ist die Ernennung Ongenas aus diensttuender Parteivorsitzender nicht unumstritten. Zahlreiche Parteimitglieder kritisieren, dass es nicht sofort Wahlen zu einem neuen Vorsitzenden kommt. Diese sind aber erst für September anberaumt.

