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Randale in Brüssel: Polizei rechtfertigt präventive Festnahme von Jugendlichen

Um weiteren Krawallen infolge der Randale in Frankreich in der belgischen Hauptstadt zuvorzukommen, hatte die Polizei in Brüssel präventiv rund 200 Jugendliche festgenommen. Daraufhin wurde ihr vorgeworfen, sie würde „ethnisch profilieren“. Diesen Vorwurf lässt Michel Goovaerts, Korpschef der Polizeizone Brüssel Hauptstadt-Elsene nicht gelten. Er spricht gegenüber VRT NWS von „professionellem Profilieren“, um Gewalt und Plünderungen zu verhindern.

Andreas Kockartz
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Geschäftsleute hätten die Polizei davon unterrichtet, dass Jugendliche in der Brüsseler Agora-Galerie im Stadtzentrum Biwakmützen und Buffschals gekauft hätten. Die Händler hätten Plünderungen befürchtet, so Korpschef Goovaerts gegenüber VRT NWS.

Die Bilder vom Platz vor der Münz-Oper in Brüsseler am Samstag zeigten Festnahmen von Jugendlichen, doch diese seien berechtigt gewesen, so der Brüsseler Polizist: „Es gibt einen Unterschied zwischen ethnisch Profilieren und Täterprofilierung. Ayf Basis der Information, die uns erreichte, nehmen wir zielgerichtet Personen fest, damit es hier nicht so weit kommt, wie in Frankreich.“

Die Polizei habe ihre Vorgehensweise stets mit Brüssels Bürgermeister Philippe Close (PS) abgesprochen und basierte einige der präventiven Festnahmen auch mit Berichten und Aufrufen in den sozialen Medien. 

Tiefer Graben und wenig Vertrauen

Korpschef Goovaerts bestätigte allerdings gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard, dass es einen tiefen Graben zwischen der Polizei und der Jugend in der belgischen Hauptstadt gebe. Zahlreiche Aktionen, bei der die Polizei auf die Jugendlichen hätten nichts gebracht und inzwischen habe man auch keine Antworten mehr. Goovaerts appelliert in diesem Zusammenhang auch auf die Verantwortung der Eltern.

Dass die Jugendlichen in die Polizei in Brüssel kein Vertrauen mehr hat, versteht Goovaerts sogar, zumal es in der Vergangenheit zu Todesfällen durch und nach Polizeiinterventionen gekommen sei, doch diese würden nach wie vor untersucht.  

Korpschef Goovaerts schlägt als Lösungsansatz gemischte Patrouillen aus Polizisten, Sozialarbeitern, Psychologen und Stadtstewards vor, um eine andere Herangehensweise an dieses Problem anzugehen: „Täglich landen rund 30 auch junge Leute in unseren Zellen und mindestens die Hälfte davon gehört da nicht hin. Wir müssen den Abfall einer intoleranten Gesellschaft aufräumen, doch wir sind dazu nicht ausreichend ausgestattet.“ 

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