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Nur kurz für die Öffentlichkeit zu sehen: Mittelalterliches Pergament mit Versen aus "Reineke Fuchs"

Das Museum PARCUM der Abtei van Park in Löwen zeigt bald ein kleines aber besonderes Pergament aus dem 13. Jahrhundert. Es handelt sich dabei um ein Blatt, das seinerzeit wohl zum Testen von Federn zum Schreiben oder zum Zeichnen angefertigt wurde. Das Blatt enthält 4 Verse aus „Van den vos Reynaerde“, ein in Mittelniederländisch verfasstes Tierepos, das zum flämischen Canon gezählt wird. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das Pergament ist nur knapp 9 x 15 Zentimeter groß und befindet sich seit Jahren schon in den Archiven der Abtei van Park in Löwen. Es lag in einem Archiv zwischen allerlei Schriftstücken aus der Zeit des Norbertiner-Ordens in der Abtei, die hier seit den 12. Jahrhundert lebten.

Unlängst entdeckten promovierende Studierende der Universitäten von Antwerpen und Leiden in den Niederlanden dieses historische Schriftstück, das 4 Verse aus „Van den vos Reynaerde“, in Deutsch als „Reineke Fuchs“ bekannt, enthält.

„Das ist ein Stückchen Pergament, auf dem einer Pater der Norbertiner wahrscheinlich eine Schreibfeder ausprobiert hat“, so Stefan Van Lani, Konservator der Abtei: „Wenn die Pater am Anfang eines Tages zu schreiben begannen, probierten sie ihre Federn und ihre Tinte zuerst aus. Und dies ist so ein Probestück.“

Van Lani erzählt dazu, dass man sehen kann, dass dieses Blatt auch noch für eine zweite Schriftprobe genutzt wurde. Die Ausstellung ist nur an vier Tagen zu sehen und zwar vom 6. bis zum 9. Juli. Abdij van Park 7, 3001 Leuven/Heverlee. Info: https://www.visitleuven.be/abdijvanpark

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

Flämischer Canon

„Van den vos Reynaerde“ ist der Titel eines Tierepos in mittelniederländischer Sprache in Versen, das von einem schlauen Fuchs erzählt. Es entstand im 13. Jahrhundert und erfuhr als „Reynaerts Historie“ eine Bearbeitung und Erweiterung im 14. Jahrhundert, die durch den Buchdruck in Europa als „Reynke de vos“ seit Ende des 15. Jahrhunderts zunehmende Verbreitung fand und in der deutschen Version „Reineke Fuchs“ fast unverändert überliefert wird. Das ursprüngliche Epos wird in der Forschung als „Reynaert I“, die Überarbeitung als „Reynaert II“ bezeichnet. Sein Autor ist unter dem Namen Willem de Madocke maecte bekannt. Die Geschichte gehört zum flämischen Canon.

Die Bibliothek in der Abtei van Park in Löwen

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