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Inland
Wirtschaft

Hohe Energiepreise sorgen in Belgien für den niedrigsten Verbrauch seit 27 Jahren

Der Energieverbrauch lag im vergangenen Jahr auf dem niedrigsten Stand seit 1995. Im Vergleich zu 2021 ist der Verbrauch 2022 um weitere 10 % gesunken. Dies ist aus Zahlen des belgischen Wirtschaftsministeriums ersichtlich. Diese Entwicklung ist auf die hohen Energiepreise z.B. infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine zurückzuführen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das Wirtschaftsministerium veröffentlicht bereits seit einigen Jahren den Energieverbrauch von Industrie und Wirtschaft sowie der privaten Haushalte. In diesen Zahlen ist alles enthalten, z.B. auch der Verbrauch von Öl zur Herstellung von Kunststoffen und die Wetterumstände.

2020 lag ein deutlicher Rückgang durch Corona vor, doch danach ging der Verbrauch wieder nach oben um rund 9 %, was allerdings immer noch unter dem Wert von vor Corona lag. 2022 sackte er dann deutlich wieder nach unten. Dies ist wohl eindeutig auf den Krieg in der Ukraine und die darauffolgende Energiekrise zurückzuführen.

Insgesamt lag der Verbrauchswert 2022 auf dem niedrigsten Niveau seit 27 Jahren. Im Jahresvergleich ging der Verbrauch von Erdgas letztes Jahr gegenüber 2021 um 19 % zurück und von Erdölprodukten um 6,6 %. Und doch bleiben Gas und Öl immer noch die wichtigsten Energiequellen in Belgien, auch durch die Industrie. 47 % unseres Energieverbrauchs betrifft Erdölprodukte, 24,6 % Erdgas und Strom 18 %.

Erneuerbare Quellen und russisches Gas

Erneuerbare Energiequellen aus dem eigenen Land, die also nicht aus dem Ausland eingeführt werden mussten, hatten 2022 einen Anteil von 13,4 % bei unserem Energieverbrauch, was leicht über dem EU-Durchschnitt von 13 % liegt. Strom aus Windkraft versorgte in unserem Land etwa 1,9 Millionen Haushalte.

Immer noch wird auch in Belgien Gas aus Russland eingeführt und verbraucht, denn von dort her erreicht in erster Linie das Flüssiggas LNG den Hafen von Zeebrügge. Dieses Gas steht für 3 % des Erdgasverbrauchs in unserem Land. Das ist aber bedeutend weniger als z.B. noch 2021, als hier russisches Erdgas einen Verbrauchsanteil von 7 % hatte. 

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