In Belgien ist die Nutzung von Palmöl als Bestandteil von Biokraftstoffen z.B. im Transportsektor völlig weggefallen. Dies teilte Bundesumweltministerin Zakia Khattabi (Ecolo) auf Basis einer ersten Analyse der Registrierung von Biokraftstoffen in diesem Jahr. Bald geht es in dieser Hinsicht auch dem Sojaöl an den Kragen. Der Anbau von Palm- und Sojapflanzen als Biodiesel-Zutat in Monokulturen wirkt sich nachteilig auf sensible Ökosysteme, wie den Regenwäldern aus und es erscheint unlogisch und wenig nachhaltig, Lebensmittelpflanzen für den Antrieb von Verbrennungsmotoren anzubauen und zu verbrennen. Damit entspricht unser Land auch Richtlinien der EU.
Belgien verzichtet auf Palmöl als Bestandteil von Biokraftstoffen
Seit dem 1. Januar 2023 lief in unserem Land der stufenweise Ausstieg der Nutzung von Palmöl als Teil von Biokraftstoffen. Dies ist eine Initiative von Bundesumweltministerin Khattabi und ihrer Kollegin aus dem Bundesenergieministerium, Tinne Van der Straeten (Groen). Die entsprechende Regelung sorgt dafür, dass die Kraftstofflieferanten in Belgien ihre Zielvorgaben für erneuerbare Energie nicht mehr über Palmöl erreichen können.
In den letzten Jahren habe die Verwendung von Palmöl als Beimischung für die Produktion von z.B. Biodiesel exponentiell zugenommen, so Khattabi. Dies führte dazu, dass in Diesel-PKW und in Lastwagen quasi Lebensmittel zum Antrieb der Motoren verbrannt wurde: „Für den belgischen Verbrauch von Palmöl in Diesel waren in der Vergangenheit Palmölplantagen in der Größe von 100.000 Fußballfeldern nötig. Dies erfolgte nicht selten zu Lasten von sensiblen Ökosystemen. Damit wurde aus Belgien heraus Druck auf die Regenwälder ausgeübt.“
Auch Sojaöl wird verbannt
Ab dem 1. Juli 2023 wird auch die Nutzung von Sojaöl als Bestandteil von Dieselkraftstoffen auslaufen, so die grüne Ministerin: „Beim Sojaöl beobachten wir schon einen leichten Rückgang und wir erwarten, dass das auch in den kommenden Monaten der Fall sein wird. Die einzigen Ausnahmen, die die EU-Kommission Belgien ermöglicht, sind Öle auf Basis von Abfallstoffen oder mit einer Zertifizierung, die zeigt, dass sie nicht auf Kosten der Natur entstanden sind. Ich habe meine Verwaltung darum gebeten, genau nachzuschauen, ob diese Verpflichtung auch eingehalten wird.“
Der schrittweise Ausstieg aus Sojaöl als Kraftstoffbestandteil ist notwendig, so die frankophone Grüne gegenüber der Gratiszeitung für ÖPNV-Nutzer Metro: „In den ersten Monaten des Jahres 2023 sind noch 44 Millionen Liter Sojaöl gebraucht worden, um Diesel daraus zu machen. Das wird ab Juli ein Ende haben.“ Khattabi arbeitet auch an Initiativen, um die Verwertung von nicht nachhaltig angebautem Palm- und Sojaöl bei der Herstellung von Lebensmitteln im Nahrungsmittelsektor zu verringern.
