In Mol in den Kempen in der Provinz Limburg ist ein Testanbaugebiet angelegt worden, auf dem versucht wird, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Dabei wird auch moderne Technik angewandt, wie z.B. der Einsatz von Drohnen. Diese Initiative von verschiedenen flämischen Einrichtungen wurde im Rahmen der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ (GAP) der Europäischen Union ergriffen. In Melle in Ostflandern ist das flämische Institut für Agrarforschung ILVO mit einem ähnlichen Projekt zugange.
Agrartechnik: Drohnen sollen dabei helfen, die Widerstandskraft von Nutzpflanzen gegen den Klimawandel zu erforschen
In Mol arbeitet die „Flämische Einrichtung für technologische Forschung“ (VITO) mit dem Forschungszentrum der Provinz Antwerpen in Hooibeekhoeve zusammen. Das man für dieses Testfeld Mol ausgesucht hat, kommt nicht von ungefähr. Die Temperaturen in den Kempen liegen höher als im Rest des belgischen Bundeslandes Flandern und der Boden ist sehr sandhaltig.
„Auf diesem Testfeld wird unter anderem Gebrauch von modernen Techniken, wie Satelliten- und Drohnenaufnahmen gemacht“, heißt es dazu bei VITO. Das dazu verwendete Programm „remote sensing unit“ von VITO wird seit rund 25 Jahren mit Erfolg verwendet und gilt als erfahren, wenn es um die Auswertung von Satelliten-, Luft- und Drohnenaufnahmen bei verschiedenen landwirtschaftlichen Anwendungen geht.
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Pflanzen individuell beobachten
Die hier beteiligten Einrichtungen wollen den Landwirten zur Seite stehen, wenn diese ihre Pflanzen beobachten und der Wetterveränderung anpassen wollen. Die Agrarunternehmer können mit dieser technologischen Hilfe in kürzester Zeit den aktuellen Zustand ihrer Anbauflächen mit Informationen zum Wachstum, zur Düngung, zu den Ernteprognosen, den geeigneten Augenblicken für das Ernten oder das Mähen sowie Indikatoren zur Qualität abrufen.
Anne Gobin von VITO sagte dazu gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga, dass solche Techniken in letzter Zeit immer häufiger zur Anwendung kommen würden: „Dies ist auf die zunehmend besser werdende Auflösung von Satelliten-, Luft- und Drohnenaufnahmen und durch eine bessere Zugänglichkeit von Daten zurückzuführen. Es ist jetzt perfekt möglich, um Pflanzen individuell zu beobachten und die EU stellt die meisten Satellitendaten kostenlos zur Verfügung.“
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Milchviehhaltung
Am agrarischen Testfeld von Hooibeekhoeve in Mol befindet sich ein praxisorientiertes VITO-Forschungszentrum für Milchviehhaltung, für Lebensmittelpflanzen und für die ländliche Entwicklung. Hier richtet man sich in erster Linie an die Milchbauern, in dem man unter anderem rund um nachhaltige sowie tier- und umweltfreundliche Landwirtschaft und Zucht forscht. Dabei geht es aber auch um klimarobuste Systeme für die Heuernte als Futtermittel für Milchvieh.
Gert Van de Ven, einer der hier arbeitenden Agrarforscher, sagte dazu, dass man auf den Wiesen hier verschiedene Testfelder findet, auf denen Mais, Gras und anderes Getreide gemischt angebaut und geerntet werden. In unmittelbarer Nachbarschaft dieser Felder wurden auch Wildblumenwiesen angepflanzt: „Wir vergleichen die herkömmlichen Techniken mit Präzisionslandwirtschaft, agro-ökologischen Techniken und anderen kombinierten Methoden. So untersuchen wir, wie wir ökologischer und rentabler klimawiderstandsfähige Futterpflanzen für Milchkühe züchten können.“
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Ähnliches Projekt von ILVO in Melle in Ostflandern
Im ostflämischen Melle hat das Flämische Institut für Agrar-, Fischerei- und Lebensmitteluntersuchung ILVO ein ähnliches Projekt gestartet. Auch hier geht es um die Untersuchung von Nutzpflanzen, die vor allem trockenheits- und hitzebeständig sein müssen. In Melle ist dazu ein rund 8.000 m² großes Testfeld entstanden.
Das Besondere ist hier, dass sich im Boden unter den Pflanzen etwa 1.400 Elektroden befinden, die den Wissenschaftlern Hinweise dazu liefern, wie die Wurzeln der Pflanzen auf anhaltende Trockenheit reagieren. Die flämischen Landesbehörden fördern dieses Projekt mit 1,5 Mio. € für die entsprechende Infrastruktur.
Derzeit experimentiert man hier mit Soja, doch in der nächsten Zeit werden hier auch andere Pflanzen eingesetzt. Mit ersten Resultaten rechnen die Forscher hier im kommenden Jahr. Wie auch auf dem Testfeld in Mol kommen zur Beobachtung Drohnen zum Einsatz.
