Beim Schwurgerichtsprozess zu den islamistischen Terroranschlägen auf Brüssel am 22. März 2016 haben die Anwälte von Mohamed Abrini (Gerichtszeichnung von Palix), auch als der „Mann mit Hut“ bekannt, die Geschworenen darum gebeten, ihren Mandanten für schuldig zu erklären und zwar auf ganzer Linie. Abrini war einer der Terroristen, die sich letztendlich von den Tatorten entfernten und ihre Bomben nicht zündeten.
Terrorprozess in Brüssel: Abrinis Verteidigung fordert keinen Freispruch
Mohamed Abrini hatte am 22. März 2016 darauf verzichtet, sich im Flughafen von Zaventem selbst in die Luft zu sprengen und war nur mit einem Anglerhütchen getarnt von dort aus zu Fuß in die Brüsseler Innenstadt zurückgekehrt. Er hatte allerdings den Caddy mit der Bombe stehen lassen.
Er sei auf ganzer Linie schuldig und wolle sich seiner Verantwortung nicht entziehen, so die Anwälte von Mohamed Abrini. Anwalt Stanislas Eskenazi sagte dazu: „Er sagt, verantwortlich zu sein, auch in Paris. Er hat vor der Jury am Tag 1 gesagt: ‚Ich spiele eine große Rolle in den Fakten‘. Was kann man von jemandem, der seine Verantwortung übernimmt, mehr erwarten?“
Abrini will aber nicht das Gehirn hinter den Anschlägen genannt werden. Er hat zwar in einem Safehouse mit Waffen posiert, doch er war kein Bombenbastler und er gehört sicher nicht zum harten Kern des Terrornetzwerks, so Eskenazi weiter: „Er ist keine zentrale Figur der Terrorgruppe. Diese haben sich am 22. März in die Luft gesprengt.“
Abrini sei ein Mensch und kein Monster, so die Verteidigung, doch für seine Schuld ist das nicht relevant und macht keinen Unterschied. Aber in Sachen Strafmaß vielleicht, so die Hoffnung seiner Anwälte. Im Gegensatz zu Abrini hatte Salah Abdeslam noch in der vergangenen Woche jede Verantwortung und Mitschuld von sich gewiesen.
