Nach Plänen von Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) werden Hausärzte bald auf eine veränderte Art und Weise vergütet. Sie werden für Patientenbesuche in der Sprechstunde etwas weniger vergütet, doch die Einnahmen aus den festen Beträgen pro Patient, der in der jeweiligen Praxis eingeschrieben ist, steigen die Bezüge. Die Hausärzteverbände und die Krankenkassen begrüßen diesen „New Deal“ zur Finanzierung der Praxen und der Mediziner.
Reform der Vergütung von Hausärzten in Belgien: Ärzteverbände und Kassen reagieren positiv
Daraus resultieren zudem Prämien, mit denen die Hausärzte z.B. die Einstellung von Pflegekräften und von Verwaltungspersonal finanzieren können. Gesundheitsminister Vandenbroucke nannte diesen „New Deal“, der vor einem Jahr vorgelegt und jetzt vom nationalen belgischen Ausschuss für Mediziner und Krankenkassen genehmigt wurde, ein wichtiges Modell zur Finanzierung und zur Organisation der Arbeit von Hausärzten: „Damit können sie wieder das machen, wofür sie ausgebildet sind - sich um ihre Patienten kümmern.“
Die belgischen Hausärzte können sich diesem neuen System auf freiwilliger Basis anschließen. Bei dem System bleibe das Einkommen der Ärzte gleich doch die Struktur würde angepasst. Das Bundesgesundheitsministerium ergänzt diesen „New Deal“ mit Prämiensystemen, die mit 40 Mio. € gespeist werden. Damit könnte eine Praxis, zu der etwa 1.000 Patienten gehören, eine Pflege- und/oder Hilfskraft einstellen.
Positive Reaktionen
In Flandern reagiert der Hausärzteverband Domus Medica positiv auf dieses neue Finanzierungsmodell. Jeroen Vandenbrandt von Domus Medica stimmt mit der Ansicht des Bundesgesundheitsministers ein, nach der ein Arzt dadurch auf der einen Seite besser für seine Patienten sorgen und gleichzeitig auch mehr Patienten behandeln könne: „Wir können so besser auf die Qualität der Behandlung und der Pflege einspielen und müssen nicht länger unseren Fokus darauf legen, so viele Patienten am Tag zu sehen, wie nur möglich.“
Die Christliche Krankenkasse ließ dazu wissen, dass diese Anpassung nicht dafür sorgen würde, dass die Patienten mehr für einen Arztbesuch bezahlen müssen, doch das System biete eine Antwort auf die geltenden Herausforderungen: „Prävention, Behandlung und Genesung.“
