Der Nordbahnhof von Brüssel wird nicht unter Denkmalschutz gestellt. Dies beschloss die Brüsseler Regionalregierung in der vergangenen Woche. Anstelle dessen wird der Bahnhof der Liste der Bauwerke zugefügt, die als „gesichert“ gelten. Dies ist zwar ebenfalls ein Schutz, doch dieser ist weniger strickt als der eigentliche Denkmalschutz.
Aus dem Kabinett von Regionalminister Sven Gatz (Open VLD), der den Bereich Städtebau und Denkmalschutz des zurückgetretenen Staatssekretärs Pascal Smet (Vooruit/one.brussels) übernimmt, verlautete dazu, dass ein solch wichtiges Bahnhofsgebäude nur schwerlich unter Denkmalschutz zu stellen sei, da es sich immer wieder den neuen Ansprüchen des Bahnverkehrs anpassen müsste.
Laut der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ werde sich am Status dieses Gebäudes als Bahnhof mit Sicherheit nichts ändern. Doch aus den Kabinett Gatz hieß es dazu, dass das Bauwerk anpassbar bleiben müsse, um z.B. notwendige technische Veränderungen zu ermöglichen. Dies sei bei einem Gebäude, das nicht unter Denkmalschutz stehe, wesentlich einfacher.
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Gutachten fordert Denkmalschutz
Im Vorfeld hatte die Königliche Kommission für Monumente und Landschaften ein Gutachten abgegeben, nach dem der Brüsseler Nordbahnhof unter Denkmalschutz zu stellen sei. Der Ausschuss bat darum, zumindest die Außenmauern des Gebäudes, den Uhrenturm, die (inzwischen teilweise ersetzten) Holzbänke der Bahnsteige und die Bahnsteigüberdachungen sowie einige prägende Elemente unter Schutz zu stellen.
Derzeit ist noch unklar, was der Status „gesichert“ für die hier genannten Elemente bedeutet. Sicher ist, dass der Besitzer des Gebäudes, die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB, bei Anpassungen mit den Gutachten der Region Brüssel-Hauptstadt Rechnung tragen muss. Mit dem Bahnhof Brüssel Nord sind jetzt schon drei Brüsseler Bahnhöfe als „gesichert“ eingestuft. Das sind der Zentralbahnhof und der Bahnhof Brüssel-Kongress, die seit 1995 diesen Status haben. Der heutige Bahnhof Brüssel Nord wurde 1952 eröffnet und von den Architekten Paul Jacques Saintenoy und Jen Hendrickx Vanden Bosch entworfen.
