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Inland
Politik

Gesundheitswesen in Belgien: CT- und MRT-Scans im Krankenhaus immer teurer - Drei Krankheitstage ohne Krankenschein?

Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) hat kein Verständnis dafür, dass Radiologen bei Scans in Krankenhäusern zusätzliche Eigenbeteiligung der Patienten verlangen. In immer mehr Fällen kämen auf Patienten Zusatzkosten zu, auch wenn sie nicht in die Tagesklinik aufgenommen werden oder eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben müssten. Vandenbroucke will auch erreichen, dass Arbeitnehmer einen Krankenschein erst nach drei Krankheitstagen einreichen müssen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Das Problem von Zusatzkosten bei Scans in Belgiens Krankenhäusern taucht offenbar vor allem in flämischen Krankenhäusern auf. Bei 2 von 3 MRT-Scans und bei etwa jedem dritten CT-Scan fordern Krankenhaus-Radiologen zusätzliche Kosten zum eigentlichen Arzthonorar ein.

Dies ist aus einer Studie ersichtlich, die die belgischen Krankenkassen gemeinsam haben durchführen lassen. Luc Van Gorp, der Vorsitzende der Christlichen Krankenkasse (CM) sagte dazu gegenüber VRT NWS: „Das die Patienten dadurch willkürlich Zusätze entrichten müssen, ist für uns dann doch problematisch.“ Vor allem Personen mit geringem Einkommen hätten damit ihre Schwierigkeiten. 

20 bis 30 € an Zusatzkosten

Durchschnittlich müssen Patienten zwischen 20 und 30 € zusätzlich zu den Honoraren, die über die Kassen abgerechnet werden, bezahlen. In den meisten Fällen wissen diese das aber nicht im Voraus und kommen an dieser Zusatzzahlung auch nicht vorbei. Besonders sind davon sozialschwache Personen negativ betroffen, die sich dies nicht unbedingt leisten können und dies kritisiert besonders Belgiens Gesundheitsminister Vandenbroucke.

Er will jetzt dagegen vorgehen, dass Patienten für CT- oder MRT-Scans in einigen Krankenhäusern abgewiesen werden, wenn sie diese Zusatzrechnung nicht bezahlen wollen oder können: „Dieser Wildwuchs an Zusatzkosten ist inakzeptabel.“  

Krankenschein erst ab 3 Tagen Abwesenheit?

Seit dem 1. November 2022 müssen Arbeitnehmer in Belgien, wenn sie für einen Tag krank sind, bei ihrem Arbeitgeber keinen Krankenschein mehr einreichen. Diese Maßnahme hilft vor allem den Hausärzten dabei, weniger Verwaltungsarbeit, sprich „Papierkram“, leisten zu müssen.

Jetzt will der Gesundheitsminister dies auf 3 Krankheitstage ausweiten, doch dafür findet er derzeit keine Mehrheit in der Regierung bei seinen Koalitionspartnern. Nicht zuletzt sind die Arbeitgeberverbände in Belgien damit nicht einverstanden, denn sie befürchten, dass Arbeitnehmer dies missbrauchen. Dieses Argument lässt Vandenbroucke aber nicht gelten, denn seit der Neuregelung im November sei kein signifikanter Missbrauch festgestellt worden. 

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