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ASF-Freiwillige im Jüdischen Museum in Brüssel (Foto: Arnaud Ghys)

60 Jahre Freiwilligendienst der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Belgien

Seit 60 Jahren setzen sich junge Deutsche im Rahmen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) auch in Belgien ein. Sie leisten ihre Friedensdienste als Freiwillige zur Aussöhnung und für Frieden und Verständigung zwischen den Menschen. Sie arbeiten im sozialen Bereich oder im Soziokulturellen. Das können Museen, Gedenkstätten oder auch Geschichtszentren sein. Nach dem Belgien in den beiden Weltkriegen im vergangenen Jahrhundert von Deutschland besetzt wurde, tragen die Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Belgien zum Völkerverständnis bei.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Im Moment arbeiten 14 Freiwillige bei Partnern von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in Belgien. Sie engagieren sich in sozialen, pädagogischen und historischen Projekten mit unterschiedlichen Zielgruppen und Aufgaben. Die Freiwilligen begleiten Kinder und Jugendliche mit Benachteiligung, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen oder sie unterstützen sozial benachteiligte Menschen wie zum Beispiel Flüchtlingsfrauen. Außerdem sind sie in Museen und Gedenkstätten zur jüdischen Geschichte, der NS-Besatzung und des Krieges aktiv.

Belgien ist ein kleines Land mit drei offiziellen Sprachen: Französisch in der Wallonie, Niederländisch in Flandern und Deutsch in einem kleinen deutschen Sprachraum. Das 2004 in Belgien eröffnete ASF-Landesbüro befindet sich im zweisprachigen Brüssel mit Französisch und Niederländisch als offiziellen Sprachen. Auch Englisch wird durch die Präsenz der europäischen Institutionen in der belgischen und europäischen Hauptstadt gesprochen. Diese besondere sprachliche Situation ist charakteristisch für die Projekte von ASF in Belgien.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

ASF-Freiwillige 2023 in Brüssel (Foto: Arnaud Ghys)

Die Anfänge von ASF in Belgien

Seit 1963, also gut 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, sind ASF Freiwillige in Belgien aktiv. Knapp 20 Jahre nach dem Ende der deutschen Besatzung Belgiens begannen die ersten Freiwilligen mit dem Bau eines Heimes für Jugendliche in Wasmuel bei Mons, einer durch die Besatzung stark zerstörte und durch den Strukturwandel und das Ende der Kolonialzeit betroffenen Region. Durch die Bauarbeiten in Wasmuel entstanden enge Kontakte zwischen der belgischen Bevölkerung und den Freiwilligen.

Danach wurde das ASF-Landesprogramm in Belgien ausgebaut. Zunächst arbeiteten Freiwillige in Friedensorganisationen, dann folgte Dank der ökumenischen Kontakte zu Kirchen und Gemeinden die Zusammenarbeit mit sozialen Einrichtungen wie z.B. der Seemannsmission Antwerpen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Verschiedene Projekte in Belgien

ASF-Freiwillige 2023 in Brüssel (Foto: Arnaud Ghys)

Seit 1983 arbeiten Freiwillige in Arche-Lebensgemeinschaften mit Menschen mit Behinderungen. Ende der 1980er Jahre begann die Arbeit mit jüdischen Partnern im Brüsseler Raum und später auch in Mechelen mit der Dossin-Kaserne. Neuere Projekte sind das Kinder-und Jugendheim La Goudinière in der Wallonie und das Geschichtsforschungszentrum CegeSoma in Brüssel.

Ursprünglich wurde das Friedensdienstprogramm in Belgien von den ASF Büros in Frankreich und den Niederlanden geleitet. Seit 2004 gibt es ein eigenes ASF Landesbüro in Brüssel und seit 2007 auch den belgischen Verein ASF België/ Belgique vzw. Belgien ist Teil des internationalen Programms von ASF für Freiwillige mit Wohnsitz in Deutschland.

(Quellen: Deutsche Botschaft Brüssel und Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF))

Festakt

Am Freitag, den 23. Juni 2023, findet in der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland beim Königreich Belgien in Brüssel ein Festakt zu 60 Jahren Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) in unserem Land statt, zu dem Botschafter Martin Kotthaus einlädt.

Jacques de Lalaingstraat 8-14, 1040 Brüssel, Info: www.bruessel.diplo.de

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