In Gent wird im Herbst eine Gedenktafel eingeweiht, die an die Opfer der Hexenverfolgungen in der Geschichte der Stadt erinnern soll. Die Tafel wird an der „Donkere Poort“ im Prinzenhof angebracht. Hier will man namentlich an die fast 60 Frauen erinnern, die als Hexen gefoltert und ermordet wurden. Zudem wird es ein pädagogisches Angebot für die Schulen zum Thema Verfolgung geben.
Gent richtet einen Gedenkort für die fast 60 hier gefolterten und ermordeten Hexen
„In den vergangenen Monaten haben wir diese Geschichte eingehend von Fachleuten erforscht. Sie haben dazu Prozessakten und viele Archive durchforstet. Auf Basis dessen ist eine Liste mit 58 Frauen erstellt worden, die hier Oper der Hexenverfolgung geworden sind. Das sind deutlich mehr als die 20 Frauen, von denen bisher die Rede war.“
„Wir werden die Ehre dieser Opfer mit einer Gedenktafel am Prinzenhof wieder herstellen. An diesem Ort, der „Donkere Poort“, wird schon jetzt der Opfer der Religionskriege aus dem 16. Jahrhundert gedacht.“, so Sami Sougir (Open VLD), Gents Schöffe für Kultur, Stadtentwicklung und Raumordnung im Stadtrat nach einer entsprechenden Anfrage der Stadträtin Anne Schiettekatte (Vooruit).
„Auf dieser Gedenktafel werden die Namen der Opfer, das Datum ihrer Verurteilung und die Todesart angebracht. Wir werden dabei nicht nur die Frauen nennen, die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, sondern auch die, die zum Beispiel im Zuge ihrer Folterung gestorben sind.“, so Sougir weiter. Die Tafel wird zudem mit einem QR-Code versehen, über die Interessierte mehr erfahren können.
Die Gedenktafel soll im Herbst dieses Jahres enthüllt werden, so der Kulturschöffe: „Der Antrag läuft. Wir gehen weiter als diese Namensliste. Wir wollen den Inhalt und diese Geschichte deutlich erklären. Darum arbeitet die Abteilung ‚Historische Häuser‘ derzeit an einer Webseite und an einem edukativen Projekt für den Unterricht.“

