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Inland
Wirtschaft

RWE steigt aus dem Batteriepark in der Provinz Limburg aus

Der deutsche Energiekonzern RWE hat sich unerwartet aus allen Plänen zum Bau eines großen Energiespeicherparks in Rotem bei Dilsen-Stokkem in der flämischen Provinz Limburg zurückgezogen. Dort sollten in Mega-Batterien bis zu 800 Megawattstunden an nachhaltig produzierter Elektrizität gespeichert werden können. RWE argumentiert diesen Rückzug mit der Tatsache, dass die beiden jüngsten belgischen Kernreaktoren 10 Jahre länger am Netz bleiben sollen, wie die flämische Wirtschaftszeitung De Tijd meldet.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

RWE hatte im April 2022 eine Genehmigung für den Bau eines Batterieparks für 200 Megawatt Lithium-Batterien erhalten. Ziel dieser Anlage sollte sein, dort bis zu 800 Megawattstunden Elektrizität zu speichern. Das wäre das Achtfache von dem gewesen, was man bisher in Europa auf dieser Ebene speichern kann.

Doch, wie De Tijd meldet, hat sich RWE völlig unerwartet bereits in der vergangenen Woche aus dem Projekt zurückgezogen. Als Grund dafür verweist der deutsche Energiekonzern auf den Beschluss der belgischen Bundesregierung, die jüngsten beiden Kernreaktoren in den AKW Doel und Tihange 10 Jahre länger am Netz zu belassen.

Offenbar hielt RWE dadurch den Bau einer solchen Speicheranlage für wirtschaftlich nicht mehr lohnenswert. In Dilsen-Stokkem reagiert man enttäuscht auf den Entschluss, denn für RWE verzichtete man hier u.a. auf den Bau eines Gaskraftwerks. Jetzt muss für das dafür vorgesehene 12 Hektar große Gelände eine neue Nutzung gefunden werden. 

"Zu lange gewartet"

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Dilsen-Stokkem, die flämische Liberale Sofie Vandeweerd (Open VLD), wirft der Bundesregierung und auch ihrer eigenen Partei, die flämischen Liberalen von Premierminister Alexander De Croo vor, zu lange mit den entsprechenden Entscheidungen in Sachen Energie gewartet zu haben: „Das Unternehmen musste eine sehr lange Zeit warten und seine Pläne, unser Land in Zeiten von hohem Verbrauch mit nachhaltiger Energie zu versorgen, immer wieder anpassen. Wenn man auf höherem Niveau schneller beschließen würde, dann wäre es für die Unternehmen einfacher zu investieren und in die Zukunft zu schauen.“ 

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