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Belgien zählt knapp 11,7 Millionen Menschen: größter Anstieg seit Jahren, Grund sind Flüchtlinge aus der Ukraine

Die Zahl der Einwohner in Belgien ist 2022 auf 11 697 557 gestiegen. Das geht aus den neuesten Daten des Statistikamtes Statbel hervor. Mit einem Zuwachs von 113.000 Einwohnern oder fast 1 Prozent ist das Bevölkerungswachstum deutlich höher als normal. Das ist vor allem auf die Einwanderung zurückzuführen, genauer gesagt auf Ukrainer, die vor dem Krieg geflüchtet sind.

Martina Luxen
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Betrachtet man die belgischen Migrationszahlen für 2022 stellt man ein besonders hohes Bevölkerungswachstum fest: Insgesamt zogen 233.629 Menschen nach Belgien, darunter eine große Zahl von Ukrainern (57.514). Im Gegenzug haben 117.085 Personen Belgien verlassen. Insgesamt haben sich also viel mehr Menschen in unserem Land niedergelassen (+116.554) als ins Ausland gegangen sind.

Geburten und Sterbefälle

Betrachtet man die Zahl der Geburten und Sterbefälle in unserem Land, so ergibt sich ein Minus (-2.787). Mit anderen Worten: Es gab mehr Sterbefälle als Geburten. Das ist ungewöhnlich. Nur im Jahr 2020, als die Coronakrise ausbrach, war dies der Fall mit einer hohen Übersterblichkeit (-13.111). Statbel muss bis 1940 zurückgehen, um eine weitere negative Bilanz zu finden.

Die Erklärung liegt sowohl in der niedrigeren Zahl der Geburten als auch in der höheren Zahl der Sterbefälle als in anderen Jahren. 2022 kamen 113.593 Kinder in Belgien zur Welt, die niedrigste Zahl seit mindestens sechs Jahren. Die Zahl der Sterbefälle lag bei 116.380. Dies ist die höchste Zahl der letzten Jahre, mit Ausnahme des Jahres 2020.  

Laut Statbel ist dies auf die Überalterung der Bevölkerung, die hohe Übersterblichkeit in den Sommermonaten und das Grippevirus zurückzuführen, das zweimal (im April und im Dezember) zirkulierte. Der Dezember war außerdem durch einen Kälteeinbruch mit schlechterer Luftqualität und das Auftreten des RSV-Virus gekennzeichnet.  

Nach Regionen

Aufgeschlüsselt nach Regionen verzeichnete die flämische Region in absoluten Zahlen den größten Bevölkerungszuwachs. Sie nahm um 75 931 Personen zu, was einem Anstieg von 1,13 % entspricht. Auch hier gab es mehr Sterbefälle (67.528) als Geburten (63.284), was jedoch durch die große Zahl von Zuwanderern (118.704) gegenüber Auswanderern (54.115) ausgeglichen wurde. Außerdem zogen mehr Menschen innerhalb der Flämischen Region um (+15.781). 

  • Prozentual gesehen verzeichnete Brüssel den höchsten Bevölkerungszuwachs: 1,52 Prozent oder in absoluten Zahlen +18.538 Einwohner. 

  • Die am schnellsten wachsende flämische Provinz war Antwerpen (+1,29 %), gefolgt von Flämisch-Brabant (1,20 %) und Ostflandern (1,13 %). Limburg (+1,02 %) und Westflandern (0,91 %) vervollständigen die ersten fünf.

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