Belfius ist erneut die erste Großbank, die den Zinssatz für Sparkonten erhöht. Ab dem 1. Juli wird der Zinssatz für das normale Sparkonto von 0,50 % auf 0,90 % erhöht. Für das Sparkonto mit höherer Treueprämie steigt der Zinssatz von 0,80 % auf 1,25 %.
Belfius erhöht als erste Großbank den Zinssatz: 0,9 Prozent auf das normale Sparkonto ab 1. Juli
Bereits im Dezember war Belfius die erste Großbank, die den Sparzins anhob. Nun ist die Bank erneut die erste Großbank, die mit einer zweiten Zinserhöhung kommt.
Ab 1. Juli erhöht Belfius den Basiszins und die Treueprämie auf ihren Sparkonten. Das normale Sparkonto bringt dann insgesamt 0,90 Prozent, das Fidelity-Konto 1,25 Prozent.
Dies ist keine Überraschung, da viele kleinere Banken wie MeDirect, NIBC und Santander ihre Zinssätze in den letzten Wochen auf 2 Prozent angehoben haben.
Ebenfalls heute kündigt die Keytrade Bank an, dass sie die Sparzinsen ab dem 12. Juni anheben wird: von 0,9 auf 1,4 Prozent (einschließlich 0,5 Prozent Treueprämie) für Azur-Konten und auf 2,10 Prozent (einschließlich 1,35 Prozent Treueprämie) für Fidelity-Konten.
Politischer Druck?
In letzter Zeit gab es viel Druck von Seiten der Politik, die Sparzinsen zu erhöhen. Die Regierung hat sogar damit gedroht, den gesetzlichen Mindestzinssatz anzuheben, wenn die Banken nichts unternehmen.
Die Banken selbst bekommen mehr Zinsen dafür, dass sie ihr Geld bei der EZB anlegen. Darüber hinaus bekommen sie mehr Zinseinnahmen durch teurere Hypothekendarlehen.
Alexia Bertrand, Staatssekretärin für Verbraucherschutz (flämische Liberale, Open VLD, Foto oben) reagierte daher positiv auf die Zinserhöhung von Belfius: "Ich freue mich, dass heute eine erste Großbank den Schritt gemacht hat, der die Konkurrenz zum Reagieren zwingen wird. (…) Das zeigt auch, dass es nicht nötig ist, sofort gesetzlichen Initiativen zu ergreifen: Die Konkurrenz wird dafür sorgen, dass unsere Ersparnisse mehr einbringen.”
Der gleichen Meinung ist der belgische Finanzminister Vincent Van Peteghem (flämische Christdemokraten, CD&V, Foto unten).
Bei Belfius wiederum ist zu hören, dass politischer Druck bei der Entscheidung, die Zinssätze zu erhöhen, absolut keine Rolle gespielt hat. In der Tat: Die Entscheidung wurde bereits vor drei Wochen getroffen, sagt die Bank. Weil dann aber die ganze Zinsdiskussion aufflammte und weil es gleichzeitig einen Wirbel um die Bpost gab, wurde sie noch nicht kommuniziert.
"Schließlich können wir uns als reguliertes und auf dem Vertrauen der Kunden basierendes Institut den Eindruck einer politischen Einmischung nicht leisten", sagt Geschäftsführer Olivier Onclin. Letztendlich hat die Bank aber eingesehen, dass die Zeit für eine Zinserhöhung tatsächlich reif war.
