Nach seiner Vereidigung als Präsident der Türkei hat Recep Tayyip Erdogan fast sein gesamtes Kabinett umgebildet. Bemerkenswert: Eine ehemalige belgische Politikerin der französischsprachigen Christdemokraten gehört der neuen türkischen Regierung an. Mahinur Özdemir Göktas, die in Brüssel geboren wurde, ist Familienministerin und die einzige Frau im Kabinett.
Nach den Wahlen in der Türkei: Ehemalige Brüsseler Politikerin ist einzige Frau in der neuen Regierung von Erdogan
Auf dem Porträt der neuen türkischen Regierung steht sie an der Seite des wiedergewählten Präsidenten Recep Tayyip Erdogan: Mahinur Özdemir Göktas. Die 41-jährige Politikerin wurde in Brüssel geboren, wo sie auch Politikwissenschaften an der französischsprachigen ULB studierte. Sie trat den französischsprachigen Christdemokraten der (damaligen) CDH bei und wurde 2006 Stadträtin in der Brüsseler Gemeinde Schaarbeek. Drei Jahre später, im Jahr 2009, wurde sie als erste Politikerin mit Kopftuch ins Brüsseler Parlament gewählt.
2015 wurde Özdemir Göktas aus der Partei ausgeschlossen, weil sie sich vor laufender Kamera weigerte, den Völkermord an den Armeniern anzuerkennen. Danach saß sie als Unabhängige im Gemeinderat von Schaerbeek und im Brüsseler Parlament. Bei den Kommunalwahlen 2018 und den Parlamentswahlen 2019 kandidierte sie nicht erneut.
Danach konzentrierte sich Özdemir Göktas auf die Türkei und die türkische Politik. Im Jahr 2020 wurde sie von Erdogans Regierung zur Botschafterin in Algerien ernannt. Jetzt ist sie die einzige Ministerin in seiner neuen Regierung. Ihr Ressort, die Familienpolitik - ein von Erdogan eingeführtes Ministeramt -, war auch in früheren Regierungen einer Frau anvertraut worden.
