Etwa jede fünfte Baufirma in Belgien muss Aufträge ablehnen, weil ihr das Personal fehlt. Nach Angaben des Bauverbandes Embuild bleiben derzeit etwa 14.000 offene Stellen unbesetzt. Das Problem ist nicht neu, spitzt sich nach Jahren allerdings jetzt mehr und mehr zu.
14.000 offene Stellen am Bau in Belgien: Mittelfristig können Bauvorhaben kippen
Viele Bauunternehmen müssen deshalb ihre Tätigkeiten zurückschrauben, so Niko Demeester von Embuild gegenüber VRT NWS: „Sie können nicht allen Kundenanfragen entsprechen. 17 % der Unternehmen setzen bereits bei Projekten aus und bei jeder fünften Firma nimmt man an Ausschreibungen für Aufträge nicht mehr immer teil.“ Gesucht werden die klassischen Bauberufe: Bauarbeiter und Bauleiter.
Das Baufach fordert jetzt von der Politik, dass sie etwas unternimmt, um Arbeitsuchende davon zu überzeugen, in diesen Beruf einzusteigen. Der Sektor kämpft nach eigenen Angaben mit einem Imageproblem. In den vergangenen 5 Schuljahren ist die Zahl der jungen Leute, die sich für das Baufach ausbilden lassen wollen, um 12 % zurückgegangen.
Die Bauarbeiter sind nach den Chemiearbeitern die am besten bezahlten Arbeiter.“
Niko Demeester, Embuild
„Darum müssen wir die Trümpfe des Baufachs viel mehr in den Vordergrund rücken. Hier handelt es sich um einen vielseitigen Beruf, der immer technologischer, sauberer und weniger schwer wird. Überdies sind die Bauarbeiter nach denen, die im Chemiesektor arbeiten, die am besten bezahlten Arbeitnehmer und sie können von zahlreichen sozialen Vorteilen profitieren“, so Demeester.
Das Baufach will sich in diesem Sommer auch auf einigen Musikfestivals vorstellen, um dort mögliches Personal zu rekrutieren. In Flandern wird es einen Stand bei „Suikerrock“ in Tienen in Flämisch-Brabant geben und in Brüssel will man sich bei „Couleur Café“ vorstellen.
