Der weitere Ausbau des Port of Antwerp-Bruges, auch bekannt unter der Bezeichnung „Extra Container Capacity Antwerp“ (ECA), könnte sich hinziehen. Der Grund dafür ist das mögliche Vorkommen des chemischen Stoffes PFAS im Boden der dazu vorgesehenen Grundstücke, so Marten Goris, der Umweltverantwortliche von ECA.
Verhindert PFAS den weiteren Ausbau des Antwerpener Hafens?
Seit Jahren fordern die verschiedenen im Hafen aktiven Unternehmen eine Erweiterung der Kapazitäten im Antwerpener Hafen, doch deren Geduld wird erneut auf den Prüfstein gestellt. In der Nähe eines geplanten Containerdocks wurden bei Bodenuntersuchungen PFAS-Rückstände gefunden.
„Wie groß die Verspätung sein kann, ist schwer zu sagen, auch wenn die Unternehmen lieber heute als morgen über mehr Kapazität verfügen wollen“, so Goris. „Doch das PFAS, dass wir jetzt bei unseren breitgefächerten Untersuchungen entdecken, verlangt weitere Untersuchungen.“
Laut Goris ist es positiv, dass das PFAS in einem so frühen Stadium der Planung gefunden wurde. Dieses PFAS soll „gut isoliert“ im Boden befindlich sein, doch um Wasser sei mehr davon zu finden: „Es gibt verschiedene Techniken, ein Dock zu graben. Wir müssen abwarten, welche die beste Option ist. Es ist aber mit Sicherheit nicht so, dass das ganze ECA-Projekt gefährdet ist.
Es ist laut der Umweltstudie der ECA nicht deutlich, wer der Verursacher dieser PFAS-Verseuchung ist. Die Resultate dieser Untersuchung sind inzwischen der Flämischen Abfallgesellschaft OVAM und der Landesgesundheitsbehörde AZG vorgelegt worden. Seit geraumer Zeit sorgt das Chemiewerk der US-Firma 3M für Schlagzeilen, denn das Unternehmen entsorgte in der Umgebung seines Standorts Zwijndrecht bei Antwerpen unsachgemäß PFAS und andere PFOS-Stoffe.
Nicht das erste Mal
Das Hafen-Fachblatt Flows weist darauf hin, dass dies nicht das erste Mal ist, dass das ECA-Projekt verzögert wird. 2016 wurde der Raumordnungsplan (RUP) vom belgischen Staatsrat verworfen: „Die flämischen Behörden, der Port of Antwerp-Bruges und die Gesellschaft ‚Linkes Schelde-Ufer‘ konnten vergangenes Jahr aber einen Durchbruch erzielen.“ Seinerzeit konnte man sich mit der Bürgerinitiative „Verband Linkes Schelde-Ufer“ einigen: „Der Kompromiss zwischen einigen Interessengruppen muss dieses Projekt vor weiteren Verzögerungen durch Beschwerden schützen.“
