Die flämische Landesregierung hat in dieser Legislatur schon rund 1,5 Mia. € für externe Beratung und für Consulting-Unternehmen ausgegeben. Spitzenreiter bei diesen Ausgaben ist das flämische Wohlfahrts-, Gesundheits- und Familienministerium.
Flanderns Landesregierung gab in der laufenden Legislaturperiode bereits 1,5 Mia. € für externe Beratung aus
Für diese sehr hohe Ausgabenpolitik im Bereich externe Beratung gibt die Landesregierung zwei primäre Gründe an. Zum einen sei „sehr spezifische Expertise“ für die Erstellung von sogenannten MER-Studien zur Umweltverträglichkeit von Projekten, für die Ausarbeitung des neuen Raumordnungsplans (GRUP) und für den Ausbau der digitalen Systeme eingeholt worden.
Zum anderen aber komme man aus einer „sehr schwierigen Periode“ mit „unerwarteten Ereignissen“, wie der Coronakrise, dem Krieg in der Ukraine, der Flüchtlingskrise und der Affenpocken-Epidemie.
„Hoffentlich begreift jeder, dass diese Sintflut an unerwarteten Krisen zusätzliche Unterstützung notwendig gemacht hat, um dem Herr werden zu können“, bemerkte Landesgesundheits- und Wohlfahrtsministerin Hilde Crevits (CD&V) zu dem Thema gegenüber dem Wohlfahrtsausschuss des Landesparlaments.
Für diesen Betrag kann man 4.000 Beamten anwerben. Die flämische Regierung spart die Behörden kaputt und es gelingt ihr nicht mehr, ihre Kernaufgaben zu verrichten, doch sie gibt auf der anderen Seite Unsummen an teuren Beratern aus.“
Jeremie Vaneeckhoudt, Co-Vorsitzender von Groen
Von der Opposition im flämischen Landesparlament hagelte es denn auch harsche Kritik. Von „gigantischen Summen“ war hier die Rede und von Ausgaben „fern von allem, was zulässig ist.“
Jeremie Vaneeckhout von den flämischen Grünen nannte die Summe unglaublich: „Für diesen Betrag kann man, schnell berechnet, 4.000 Beamten anwerben. Die flämische Regierung spart die Behörden kaputt und es gelingt ihr nicht mehr, ihre Kernaufgaben zu verrichten, doch sie gibt auf der anderen Seite Unsummen an teuren Beratern aus.“
Hannes Anaf von den Sozialisten (Vooruit) gab ebenfalls zu verstehen, dass man spüre, dass bei den Behörden enorm gespart werde, doch das gleichzeitig viel Geld an externen Consultants ausgegeben werde. Die Christdemokratin Crevits hält es für richtig, dass die wachsende Rolle von externer Beratung bei Behörden und Regierung unter die Lupe genommen werde: „Ich bin selbst der größte Fan von einer Regierung, die ihre Kernaufträge bei sich selbst behält…“
