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Inland
Justiz

Verfahren gegen 3M: Sammelklage von Bürgern und Schadensersatzforderung der Gemeinde Beveren

Das Bürgerkollektiv „Darkwater 3M“ wird eine Massenklage gegen das US-Chemieunternehmen 3M einreichen. Das Kollektiv will so viele vom 3M-PFAS-Skandal betroffene Haushalte aus der Umgebung des Werks in Zwijndrecht wie möglich dazu bringen, vor dem Friedensgericht Klage einzureichen. Letzte Woche hatte eine Familie von einem Friedensrichter einen Schadensersatz durch 3M zugesprochen bekommen. Und die Gemeinde Beveren verlangt von der flämischen Landesregierung eine Vergütung der Kosten, die ihr durch die PFAS-Umweltverschmutzung entstanden sind. 

Andreas Kockartz
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Die 4köpfige Familie, die letzte Woche erfolgreich gegen 3M geklagt hat, wohnt etwa 1 Kilometer von der Fabrik entfernt. PFAS wurde sowohl im Blut der beiden Kinder und der Eltern sowie in deren Garten festgestellt und dies in abnormaler Menge. Genau damit begründete der Antwerpener Friedensrichter sein Urteil. PFAS sind chemische Stoffe, die lange in einem menschlichen Körper bleiben können und somit gesundheitsschädlich sind und die die Natur nicht abbauen kann.

Die Familie hatte aufgrund von übermäßiger Nachbarschaftsbelästigung geklagt. Vorläufig muss 3M jedem der 4 Familienmitglieder 2.000 € Schadensersatz zahlen, doch dieser Betrag kann sich noch erhöhen, z.B. in einer weiteren Instanz. 3M kann gegen den Urteilsspruch noch in Berufung gehen.

Diese Familie gehört zum Bürgerkollektiv „Darkwater 3M“ und jetzt wollen die Anwälte dieser Bewegung eine Sammelklage gegen das Chemieunternehmen auf Basis dieses ersten Urteils einreichen und rufen alle Betroffenen dazu auf, sich dieser Initiative anzuschließen. Teilnehmen können alle Haushalte, die in einem Umkreis von 15 km um das 3M-Werk wohnen. Das bedeutet quasi auch, dass alle Einwohner von Antwerpen mitklagen können. Anmelden kann man sich über die Webseite der Bewegung. Am 8. Juni erfolgt eine Infosession. Der Einstieg in die Klage beläuft sich auf 150 €. 

Beveren fordert eine Vergütung der entstandenen Kosten ein

Die Gemeinde Beveren hat Flanderns Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) ein Schreiben zukommen lassen, in dem sie eine Kompensierung der ihr entstandenen Kosten durch die PFAS-Verseuchung durch die 3M-Fabrik in der Nachbargemeinde Zwijndrecht einfordert. Unter anderem mussten die Bauarbeiten an der N70 in Beveren durch eine PFAS-Belastung unterbrochen werden, was eine lange Verspätung zur Folge hatte. Und dies kostete die Kommune Geld.

Und noch immer müssen zahlreiche Grundstücke in den Teilgemeinden Melsele und Kallo bodensaniert werden, weil hier eine historische PFAS-Verseuchung festgestellt wurde. Beide Ortschaften liegen nur etwa 5 km von der 3M-Fabrik entfernt. Davon sind auch Privatleute und Unternehmen betroffen, so Bürgermeister Marc Van de Vijver (CD&V): „Bei weiteren Arbeiten musste das Grundwasser gesäubert werden. Das kostete die Leute tausende Euro.“

Er ist der Ansicht, dass Zwijndrecht zu recht finanziell unterstützt wird, doch seine Gemeinde sei ebenfalls betroffen, wenn auch in minderem Maße. Die flämische Landesregierung will sich nach dem Motto „die Kosten zahlt der Verursacher“ alle entstehenden Kosten von 3M vergüten lassen. 

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