In den vergangenen 10 Jahren haben die Einwohner der Region Brüssel-Hauptstadt ihr Verkehrsverhalten angepasst und sind mehr zu Fuß oder per Fahrrad unterwegs. Gleichzeitig nutzen wie weniger oft ihr Auto. Dies ist aus einer Studie ersichtlich, die die regionale Verkehrsbehörde „Brüssel Mobilität“ zwischen Herbst 2021 und Herbst 2022 durchführte.
Die Brüsseler nutzen öfter das Fahrrad und sind weniger mit dem Auto unterwegs
Pro Tag absolvieren die Einwohner von Brüssel rund 3,3 Millionen Verkehrsbewegungen, die gut für 25 Millionen zurückgelegte Kilometer sind. Doch die Art und Weise, wie sie sich im Straßenverkehr bewegen, hat sich in den vergangenen 10 Jahren - seit der letzten dahingehenden Studie - deutlich verändert.
Laut „Brüssel Mobilität“ sind die Brüsseler in erster Linie zu Fuß unterwegs. Dies ist inzwischen in der Hauptstadt-Region die am häufigsten angewendete Fortbewegungsart mit einem Anteil von 36 % (gegenüber 32 % im Jahr 2010). Gleichzeitig ist der Anteil der Autofahrten von 38 % auf jetzt 27 % gesunken. Laut der aktuellen Studie verfügen hier auch nur noch 46 % der Haushalte über ein eigenes Auto. Das ist der niedrigste Wert in ganz Belgien.
Mehr mit dem Rad unterwegs aber weniger mit dem ÖPNV
In den vergangenen 10 Jahren stieg auch die Nutzung des Fahrrades in Brüssel. Aktuell liegt die Zahl der Verkehrsbewegungen mit dem Rad hier bei 9 % der Gesamtzahl. Vor 10 Jahren nutzten gerademal 3 % der Verkehrsteilnehmer in der Hauptstadt ein Fahrrad. Heute besitzen 47 % der Haushalte mindestens ein Fahrrad und 11 % verfügen sogar über ein E-Bike.
Aber, in der letzten Zeit nutzen etwas weniger Brüsseler den Öffentlichen Nahverkehr. Zwischen 2010 und heute sank der Anteil der Verkehrsbewegungen mit den Bussen und Bahnen der Verkehrsgesellschaften, die die Hauptstadt anfahren (MIVB/STIB - Brüssel, De Lijn - Flandern, Tec - Wallonie und NMBS/SNCB - belgische Staatsbahn) von 24 % auf 22 %.
Thema E-Stepper
Möglicherweise liegt dies auch daran, dass immer mehr Brüsseler und auswärtige Berufspendler auf die immer beliebter werdenden E-Steps, die man in großer Zahl in der Hauptstadt mieten kann. Diese sind besonders bei kurzen Entfernungen populär. 1 % aller Verkehrsbewegungen in Brüssel wurden zuletzt mit diesen Rollern zurückgelegt. 5 % aller Haushalte geben an, einen eigenen E-Stepper zu besitzen und 8 % haben sich bei einem E-Stepper-Mitsystem über eine App eingeschrieben.
Allerdings stören sich auch zahlreiche Brüsseler an diesen E-Stepper, vor allem dann, wenn sie einfach irgendwo auf Bürgersteigen in der Stadt nach Gebrauch zurückgelassen oder abgestellt werden. Die Stadt Brüssel will innerhalb des sogenannten Fünfecks bis September 250 Abstellzonen für E-Stepper einrichten - vor allem in der Nähe von Metrostationen und anderen Verkehrsknotenpunkten. Damit soll das „wilde Abstellen“ von diesen Kleinfahrzeugen in der Innenstadt bekämpft werden.
