In Brüssel fand am Montagvormittag eine Großdemo der belgischen Gewerkschaften gegen Sozialdumping und gegen mögliche Einschränkungen des Streikrechts statt. Daran nahmen etwa 18.000 Menschen teil. Auslöser dieser Aktion ist der seit Monaten schwelende Sozialkonflikt bei der Kaufhalskette Delhaize.
Gewerkschaftsdemonstration in Brüssel gegen Sozialdumping und gegen Einschränkungen des Streikrechts
Viele der Demonstranten, die am Montag nach Brüssel gekommen waren, sind denn auch Beschäftigte aus Delhaize-Warenhäusern, die den Demonstrationszug anführten. Laut Gewerkschaften sollen sie im Fokus dieses Aktionstages stehen.
Die Delhaize-Gruppe will ihre 128 letzten Märkte, die noch selbst betrieben werden, an selbständige Franchisenehmer abgeben, doch das Personal dort befürchtet, danach unter schlechteren Gehalts- und Arbeitsbedingungen weiterbeschäftigt zu werden. Im Zuge dieses fast seit 2 Monaten dauernden Sozialkonflikts hatte Delhaize über einstweilige Verfügungen auf juristischem Wege Blockaden von Filialen und Vertriebszentren durch Streikposten aufheben lassen.
Gerade hier sehen die Gewerkschaften Präzedenzfälle, die das Streikrecht in Gefahr bringen könnte. Zudem kritisieren die Arbeitnehmervertreter, dass Delhaize „Streikbrecher“ einsetzte, nämlich z.B. Studierende, die anstelle von streikenden Mitarbeitern in den Filialen arbeiteten.
Folgen des Aktionstages
In erster Linie hat der Aktionstag der Gewerkschaften gegen Sozialdumping und gegen Einschränkungen des Streikrechts Folgen im öffentlichen Nahverkehr. Bei den regionalen Verkehrsgesellschaften De Lijn in Flandern, TEC in der Wallonie und MIVB/STIB in Brüssel sind deutlich weniger Busse und Bahnen unterwegs.
Bei der belgischen Bahn fahren alle Züge allerdings nach Fahrplan, dies wohl auch, damit die Demonstranten nach Brüssel fahren konnten. Und offenbar war am Montag nur ein einziger Delhaize-Markt durch den Streik geschlossen…
