Das Inno-Gebäude in der Nieuwstraat in Brüssel, in dem heute die Galeria des deutschen Kaufhauskonzern Kaufhof untergebracht ist, steht zum Verkauf. Die Umsätze sinken und auch in Belgien verlieren solche Warenhäuser an Popularität, vor allem bei jungen Leuten. Einstmals aber war das „A L’Innovation“ ein im ganzen Land bekanntes Einkaufsparadies, das sich hinter den Galeries Lafayette in Paris nicht zu verstecken brauchte. Am 22. Mai 1967 aber brannte das Gebäude nieder. Mit 251 Todesopfern ist dies bis heute eine der größten Brandkatastrophen in der belgischen Geschichte.
Am 22. Mai 1967 brannte das Brüsseler Kaufhaus Innovation ab - 251 Menschen kamen damals ums Leben
„A L’Innovation“ war seinerzeit ein riesiges Geschäft, in dem man Bekleidungsartikel, Möbel und Küchengeräte sowie allerhand Geschenk- und Gebrauchsartikel kaufen konnte. Freundliche Verkäuferinnen in Uniformen berieten die Kunden und die Angebote wurden vorbildlich auf den verschiedenen Etagen des Gebäudes ausgestellt.
Das Gebäude war eine architektonische Perle im Art-nouveau-Stil, das 1903 von dem Architekten Victor Horta entworfen und gebaut wurde. Mit viel Glas und Stahl und einem riesigen Patio im Zentrum des Gebäudes, das von einer enormen Glaskuppel überdacht wurde, suchte dieses Bauwerk zumindest in Belgien seinesgleichen. Mit einem großen Selbstbedienungs-Restaurant wurden auch gastronomische Ansprüche bedient.
Doch am Montag, den 22. Mai 1967, kam es gegen Mittag zur Katastrophe, als in dem Gebäude ein verheerendes Feuer ausbrach. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich zwischen 800 und 1.000 Kunden in der „Innovation“. Eine Verkäuferin roch einen Verbrennungsgeruch und schlug Alarm, doch die Flammen breiteten sich enorm schnell auf allen Stockwerken des Kaufhauses aus.
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Wie kam es dazu?
Wie es zu diesem verheerenden Feuer kam, darüber gibt es verschiedene Thesen. Sicher ist, dass das Gebäude zwar prächtig war, nicht aber feuersicher. Die gläserne Kuppen explodierte durch die enorme Hitze und dies sorgte für einen Sog, der die Flammen in die Höhe auf alle Etagen schnellen ließ. Überall war dichter Rauch an den Treppen und Ausgängen drängelten sich die fliehenden Menschen.
Vor allem im Restaurant, wo das Feuer zuletzt bemerkt wurde, schlug das Schicksal zu, denn hier starben die meisten Menschen. Und durch die zu schmalen Straßen gelangte die Brüsseler Feuerweht nur schwerlich zum Ort des Geschehens. Wie viele Menschen damals im Gebäude waren, ist bis heute unklar. Sicher ist, dass 251 Menschen in der Feuersbrunst ihr Leben verloren haben. Es gab danach einen nationalen Trauertag und das Land blieb sprachlos zurück.
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Komplott-Theorien…
Im ganzen Land gab es danach nur eine Frage: „Wie konnte das passieren?“ Rasch machten auch Komplott-Theorien die Runde. So soll eine linksextreme Gruppierung das Feuer gelegt haben und zwar aus Unzufriedenheit darüber, dass in der „Innovation“ gerade eine amerikanische Woche stattfand. Zur Erinnerung: Die USA waren damals in den Vietnam-Krieg verwickelt, was in Europa auf heftige Proteste stieß, auch und gerade von linker Seite her.
Die Polizei ermittelte seinerzeit in diese Richtung, doch diese Spur führt zu nichts. Eine andere Möglichkeit könnte eine technische Störung oder ein Kurzschluss in der Beleuchtungsanlage gewesen sein, wodurch sich die Flammen auch durch den sogenannten „falschen Plafond“ bzw. durch eine Zwischendecke verbreiten konnten. Doch auch diese Möglichkeit konnte nicht mit Sicherheit als Auslöser des Feuers ausgemacht werden.
Jetzt war allen klar, dass eine solche Katastrophe in Belgien niemals mehr passieren durfte. Von nun an musste beim Bau eines solchen Gebäudes auf den gesetzlichen Brandschutz und dessen Vorschriften geachtet werden. Als 1970 der Neubau des Kaufhauses fertiggestellt wurde, war das Gebäude brandsicher, wie jeder Einkaufskomplex in unserem Land…
