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Umwelt & Klima
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Grünes Licht für ein überirdisches Atommüll-Endlager in Dessel

Das staatliche Kontrollorgan für nukleare Angelegenheiten FANC hat grüne Licht für den Bau eines überirdisches Atommüll-Endlager in Dessel in der Provinz Antwerpen gegeben. Dabei handelt es sich um eine Anlage, in der niedrig- bis mittelstark strahlende nukleare Abfälle gelagert werden können. Seit Jahren wird bereits über einen solchen Standort diskutiert, doch jetzt steht die Bau- und Betriebsgenehmigung. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In diesem Atommüll-Endlager soll Strahlenabfall gelagert werden, von dem noch rund 300 Jahre lang radioaktive Strahlung ausgehen kann. 

In Dessel in den Antwerpener Kempen befindet sich schon jetzt ein Lager für Strahlenabfall, doch hier reicht die Infrastruktur nicht aus, um hunderte Jahre lang solchen Strahlenabfall sicher aufbewahren zu können, wie Sigrid Eeckhout von NIRAS, der staatlichen Gesellschaft für nuklearen Abfall, gegenüber VRT NWS sagte: „Es musste zu einer definitive Lösung kommen, wenn man diesen Abfall noch 300 Jahre lang von Mensch und Natur fernhalten will. Und das entsprechende Projekt ist jetzt endlich abgerundet.“

Welche „leicht strahlende“ radioaktiven Abfälle und Reststoffe können in dieser Anlage aufbewahrt werden? Das betrifft zum einen verstrahlten Beton und technische Anlagenteile und Leitungen aus den Kernkraftwerken, die bald abgebaut werden. Dazu gehört auch Schutzkleidung, die das Personal der belgischen AKW jetzt noch nutzt. Aber, nicht alles, was in Dessel gelagert werden soll, kommt aus den Atommeilern von Doel und Tihange. Hier wird auch strahlendes Material aus Industrie, Forschung und Medizin gesichert.

Wer soll das bezahlen?

Die Kosten für den gesamten Strahlenabfall, der aus dem Atomkraftwerken kommt, werden von Kraftwerksbetreiber Engie getragen. Zu den Finanzierern gehören aber auch die belgische Bundesregierung sowie Industrie und der medizinische Sektor. 

Wie wird dieses Endlager gebaut?

Diese Anlage in Dessel entsteht überirdisch. Zunächst werden Erhöhungen geschaffen, die dafür sorgen, dass die Anlage weit genug von steigendem Grundwasser entfernt bleibt. Darüber entstehen dann Module aus Beton, in denen der Strahlenabfall gelagert werden soll. Dieser wird in Kisten aus Beton eingekapselt, die wiederum mit Beton ausgefüllt werden.

Langfristig werden diese Lagerstätten dann noch von weiteren Schutzlagen abgesichert, die aus Sand, Kleie und biologischem Material gebildet werden. So werden in Dessel zwei Hügel entstehen, die sich in die Natur einfügen sollen. Ziel ist, diese Anlagen für die Dauer der kommenden 350 Jahre zu kontrollieren und zu monitoren.

Die strahlenden Anfälle, deren Menge im Zuge des Abrisses der AKW entstehen, werden zum Teil mit Lastwagen nach Dessel gebracht, doch in der Nähe der Anlage befindet sich auch ein Kai am Kanal Bocholt-Herentals, über den Atommüll per Binnenschiff dorthin gelangen kann. Innerhalb der Anlage wird ein selbstfahrender Zug die verschiedenen Bereiche zum Transport der Abfälle mit einander verbinden.   

Der Eingang des derzeitigen Lagers für strahlenden Anfall in Dessel

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