Im kommenden Sommer wird das Hannah Arendt-Institut in Mechelen ins Zentrum der Stadt umziehen. Die neue Heimat des Instituts wird das historische Stadthaus „De Zalm“ an der „Zoutwerf“ in der Altstadt. Hier hat die Einrichtung deutlich mehr Platz, um Veranstaltungen und Konferenzen zu organisieren. Und das Stadthaus bekommt endlich eine langfristige Funktion.
Mechelen: Das Hannah Arendt-Institut zieht in das historische "De Zalm"-Haus im Zentrum der Stadt
Das Hannah Arendt-Institut wurde 2020 von der Stadt Mechelen, der Universität Antwerpen (UAntwerpen) und der niederländischsprachigen Freien Universität Brüssel (VUB) gegründet. Das Institut will das wissenschaftliche Wissen der Universitäten bezüglich von Themen wie Zivilgesellschaft, Staatsangehörigkeit und Diversität zugänglicher gestalten, für jedermann verständlich machen und an das tägliche Leben anpassen.
Diese Einrichtung wurde nach der deutsch-jüdischen Philosophin Hannah Arendt benannt, die während des Zweiten Weltkriegs vor den Nazis fliehen musste. Sie wurde einem breiten Publikum vor allem durch ihr Buch über den Prozess gegen den führenden SS-Mann Adolf Eichmann, der wesentlichen Anteil an der Ermordung von rund 6 Millionen Juden durch die Nazis hatte. Eichmann wurde 1961 in Israel wegen Verbrechen gegen das jüdische Volk, gegen die Menschlichkeit und wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt.
(Lesen Sie bitte unter dem Foto von Hannah Arendt weiter)
Im Stadthaus „De Zalm“ bekommt das Hannah Arendt-Institut mehr Raum, um seinem Auftrag zu erfüllen und um Öffentlichkeitsarbeit durch Events oder Konferenzen zu leisten. „Wir haben mit unserer Arbeit eine Woche vor der Corona-Pandemie angefangen. Den Raum, den wir im Rathaus zur Verfügung hatten, reichte so grade, damit wir unsere digitalen Produktionen machen konnten. Als die Pandemie vorbei war, kamen natürlich alle Mitarbeiter wieder zurück und alles wurde schnell zu klein“, so Christophe Busch, der Leiter des Instituts.
Jetzt habe man enorme Möglichkeiten, um im Sinne des Auftrags und der Gesellschaft arbeiten zu können, so Busch: „Wir wollen gemeinsam für eine bessere Gesellschaft sorgen.“
Das Gebäude, dass aus der „Kleinen“ und der „Großen Zalm“ besteht, ist Eigentum der Stadt Mechelen. „De Zalm“ ist das frühere Gildenhaus der Fischverkäufer und entstand zwischen 1530 und 1535 im frühen Renaissance-Stil. Das Gebäude besticht durch seine Halbreliefs an der Fassade. Die originalen aus typisch belgischem Kalkstein hergestellten Halbreliefs wurden schon im 19. Jahrhundert abmontiert und konserviert und durch Kopien aus Metall ersetzt.
