Zum Hauptinhalt springen
Inland
Wirtschaft

EU-Frühjahrsprognose: Belgien steht eigentlich nicht schlecht da, wären da nicht so hohe Schulden und Ausgaben

Die Frühjahrsprognose der EU-Kommission für die Wirtschaft fällt für die Union nicht schlecht aus. Die Zahlen belegen, dass sich die EU in diesen Krisenzeiten als recht standhaft erweist. Die Europäische Kommission geht von einem allgemeinen Wirtschaftswachstum von bis zu 10 % in diesem Jahr aus. Auch Belgien steht eigentlich nicht schlecht da. Eigentlich, denn der Schuldenberg und eine hohe Ausgabenpolitik bremsen auch die wirtschaftliche Entwicklung aus. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Für Belgien geht die EU-Kommission in ihrer Frühjahrsprognose von einem Wirtschaftswachstum von bis zu 1,2 % für dieses Jahr aus. Das liege auch an der Konsumbereitschaft der Belgier, denn durch die inzwischen wieder fallenden Energiepreise, den Lohnindex und die steuerlichen Eingriffe zur Bewältigung der Krise hätten die Verbraucher genug Geld, um auszugeben.

Ein weiterer Grund liegt wohl auch in der Inflation für Belgien, denn diese wird auf 3,4 % prognostiziert und liegt damit deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 6,7 %. Hinzu komme noch, so die EU-Prognose, dass Belgien in Sachen Beschäftigungsrate (plus 0,6 %) und Arbeitslosenrate (5,8 %) ebenfalls etwas besser da steht, als der EU-Durchschnitt. 

Index und hohe Ausgaben bremsen die Wirtschaft aus

Leider beinhaltet die wirtschaftliche Frühjahrsprognose der EU-Kommission aber auch Kritik an Belgien. Die Kommission kritisiert in diesem Zusammenhang einmal mehr den Index in Belgien, der die Teuerungsrate an das Lohn- und Gehaltsniveau anpasst.

Dies fördere zwar den Konsum in unserem Land, bremse jedoch die wirtschaftliche Entwicklung aus. Die Arbeitgeber müssen diese steigenden Gehaltskosten (plus 5,3 % in diesem Jahr) auffangen und stehen damit im Wettbewerb (nicht zuletzt auch im so wichtigen Konkurrenzkampf mit den Nachbarländern) etwas im Nachteil, was sich auch negativ auf die Investitionspolitik auswirkt.

Schulden…

Zudem wirkt sich dieses Jahr wohl auch die negative Handelsbilanz auf die wirtschaftliche Entwicklung in Belgien aus. Unser Land importiert derzeit mehr als es ausführt. Schwerwiegender ist allerdings einmal mehr das Haushaltsdefizit von bis zu 5 % (durch den Index der Beamtengehälter, die steigenden Sozialausgaben und die höheren Rentenkosten) und die belgische Staatsschuld, die dieses Jahr auf 106 bis 107,3 % steigen soll.

Der Volkswirt Geert Noels (Econopolis) sagt dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen: „Wir unterschätzen das budgetäre Problem. Und das droht, nicht schnell gelöst werden zu können, zumal Wahlen anstehen.“ 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5