Am vergangenen Wochenende wurde in Leopoldsburg in der Provinz Limburg das neue Weltkriegsmuseum „Liberation Garden“ eröffnet. Dieses Museum erzählt die Geschichte von Leopoldsburg und Umgebung während des Zweiten Weltkriegs. Doch ist dieses Museum auch für Besucher interessant, die nicht aus der Gegend kommen, denn hier stehen spannende und emotionale Geschichten von interessanten historischen Figuren zentral.
"Liberation Garden", das neue Museum zum Zweiten Weltkrieg in Leopoldsburg ist eröffnet
Das Museum „Liberation Garden“ in Leopoldsburg ist ein Erlebnismuseum, die es dem Zeitgeist entspricht. Es ist modern ausgestattet und zu den Texten gesellen sich Objekte, die auf Wände projiziert werden und es werden 3D-Animationen eingespielt. Auf diesem Wege ist z.B. möglich, auch akustisch zu spüren, was die Menschen damals bei Bombenangriffen in den Schutzkellern erdulden mussten.
Kurator Peter Schrijvers: „Wir wollen zeigen, dass das Museum regional verankert ist und denn noch national relevant. Die Geschichte beginnt in Leopoldsburg, streckt sich aber über eine weite Strecke über die ganze Provinz Limburg und die Antwerpener Kempen aus.“ Schrijvers ist überzeugt davon, dass dieses Museum beweist, dass Geschichte überhaupt nicht langweilig ist.
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Eine der zentralen Figuren im „Liberation Garden“ ist Renée Dardenne aus der Ortschaft Balen (in der während des Ersten Weltkriegs übrigens die letzte Kavallerie-Schlacht der Welt stattfand, die sogenannte „Schlacht der Silbernen Helme“). Diese junge Frau spionierte gemeinsam mit ihrem Vater das aus, was die Deutschen in der (noch heute existierenden) Kaserne von Leopoldsburg so trieben. Sie sendete dies nach London und verbreitete entsprechende Nachrichten mit dem Fahrrad. Sie war, so Kurator Schrijvers, „eine unbekannte Heldin.“ Ihr Vater jedoch wurde festgenommen und gefoltert, doch er habe seine Tochter nicht verraten.
Eine weitere spannende Geschichte ist die von Phil Morrison, ein amerikanischer Chirurg, der während der „Operation Market Garden“ zahlreiche Verwundete versteckt behandelte. Diese Operation war eine der größten Luftlande-Operationen der Alliierten während des Zweiten Weltkriegs. Sie spielte sich im September 1944 in den niederländischen Provinzen Noord-Brabant und Gelderland ab, mit dem Ziel, die Brücken über die Maas, die Waal und den Rhein zu erobern. „Seine Tochter hat und einen Karton mit persönlichen Gegenständen von Phil aus dieser Zeit übergeben. So weiß sie, dass seine Geschichte weiterleben kann.“
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Neun Jahre hat es gedauert, bis das Museum „Liberation Garden“ eröffnet werden konnte. Lange hat es gedauert, bis die Macher ein Konzept vorlegen konnten, dass von der flämischen Landesregierung als zuschusswürdig angesehen werden konnte, so Marleen Kauffman (CD&V), die Schöffin für Tourismus von Leopoldsburg: „Als wir beschlossen haben, die Geschichte sowohl der Besetzung, als auch der Befreiung im Zweiten Weltkrieg zu erzählen und dies sowohl aus der Perspektive der Deutschen, als auch der Alliierten, konnten wir den Kuratoren Peter Schrijvers für uns gewinnen.“
Letztendlich konnte das Museum am Chinesischen Pavillon in Leopoldsburg entstehen, in unmittelbarer Nähe der Soldatenfriedhöfe der Gemeinde. Das Eröffnungswochenende war gut gewählt, denn dann fanden die Gedenkfeiern zum 8. Mai statt, zum Tag der Befreiung. In Leopold und der näheren und weiteren Umgebung werden pro Jahr rund 3 Millionen touristische Übernachtungen registriert. Auch auf Basis dessen hofft man, jährlich im „Liberation Garden“ bis zu 50.000 Besucher empfangen zu können.
„Liberation Garden“, Koningin Louisa-Marialaan 2, 3970 Leopoldsburg. Info: www.liberationgarden.be
