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Friedenspreis der Stadt Ypern für "Prinzessin Okokon"

Die Köchin „Prinzessin Okokon“ (Foto) aus Nigeria ist mit dem Friedenspreis der Stadt Ypern in der Provinz Westflandern ausgezeichnet worden. Okokon wurde als Jugendliche Opfer von Menschenhändlern und Schleusern, die sie in Italien zur Prostitution zwangen. Heute ist sie eine bekannte und geschätzte Köchin und sie hilft Mädchen und jungen Frauen sowohl in ihrer Heimat Nigeria, als auch in Italien, aus den Fängen von Schleusern zu kommen.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

„Prinzessin Okokon“ wuchs in Nigeria in der Stadt Akwa Ibom auf, wo sie Köchin war. Sie hatte sogar dort ihr eigenes Restaurant. Eines Tages wurde sie von einer Dame angesprochen, die sie dazu einlud, Nigeria zu verlassen, um in Europa als Köchin tätig zu werden. Okokon wurde in ein Flugzeug nach London gesetzt und von dort aus nach Italien gebracht. Dort wurde ihr bewusst, dass sie auf Menschenhändler hereingefallen war.

In Italien wurde sie für 13.000 Dollar an eine andere Frau weiterverkauft. Diese eröffnete ihr, dass sie ihre Freiheit erst dann zurückerlangen könne, wenn sie ihre 50.000 Dollar „Schulden“ abgearbeitet hätte. Solange blieb sie Eigentum dieser Frau. Und so landete sie in Italien in Turin in der Prostitution.

Freigekauft

Doch etwas später konnte sie sich mit Hilfe eines Freiers freikaufen. Diesen Mann hat Okokon später auch geheiratet. Danach gründete sie in Italien die Organisation „PIAM“, mit der sie Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution begleitet und diesen dabei hilft, aus der Prostitution auszusteigen. Die Mädchen und Frauen, die sie retten kann, werden in erster Instanz in Schutzhäusern in Italien aufgefangen.

2020 startete „Prinzessin Okokon“ eine ähnliche Initiative in ihrem Heimatland Nigeria, wo die Frauen zu einer Art „Mikro-Kredit“ verhilft, damit sie sich unabhängig machen können und nicht aus Finanznot in die Falle von Menschenhändlern und Zuhältern geraten. So können viele von ihnen ein selbständiges Leben führen, ein kleines Unternehmen aufbauen und ihre Kinder zur Schule schicken, damit auch diese aus den Fängen von Schleusern und Zuhältern bleiben. Dies alles überzeugte die Jury, die für die Auswahl des Friedenspreises von Ypern zuständig ist, und so wurde die Arbeit von „Prinzessin Okokon“ mit einem Preisgeld von 25.000 € honoriert.

 

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