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Inland
Justiz

Wurde Olivier Vandecasteele ein Opfer des sogenannten "Iran Deals"?

Aus Dokumenten, die die iranische Opposition freigegeben hat, soll ersichtlich sein, dass der frühere belgische NGO-Mitarbeiter OIivier Vandecasteele vom Iran als Geisel gebraucht wird, um den in Belgien wegen eines geplanten Anschlags gegen Auslandsiraner verurteilten „Diplomaten“ Assadollah Assadi freizupressen. Offenbar sind die ersten prinzipiellen Abkommen zum Austausch von Gefangenen zwischen Belgien und dem Iran bereits vor der Festsetzung Vandecasteeles erfolgt. Und ein Querverweis zum Fall des VUB-Gastprofessors Ahmadreza Djalali liegt ebenfalls vor. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Wenn die Dokumente der iranischen Oppositionsbewegung NCRI, die diese von einem Hackerkollektiv bekam, stimmen, würde die Geschichte eine ganz andere Chronologie bekommen, wie die flämische Tageszeitung De Morgen dazu schreibt.

Demnach soll die allererste Version des Gefangenenaustauschs, also des umstrittenen „Iran Deals“, bereits am 26. April 2021 in der iranischen Hauptstadt Teheran unterzeichnet worden sein und die erste prinzipielle Unterzeichnung soll von Vertretern der Außenministerien beider Länder am 31. Mai 2021 erfolgt sein.

Der iranische „Diplomat“ Assadollah Assadi wurde am 4. Februar 2021 in Antwerpen zu 20 Jahren Haft wegen der Planung eines 2018 durch Belgien vereitelten Terroranschlags auf ein Treffen von Auslandsiranern bei Paris verurteilt. Im Mai 2021 kam es zu weiteren Prozessen gegen ihn und seine Helfershelfer, doch eine Berufung gab es nicht. 

Urteil gegen Vandecasteele

Zu diesem Zeitpunkt war Olivier Vandecasteele noch ein freier Mann, der sich problemlos im Iran aufhalten konnte. Doch er wurde unter dem nie offiziell benannten Vorwurf der Spionage am 24. Februar 2022 festgenommen und nach einem Scheinprozess zu 40 Jahren Gefängnis und zu 74 Peitschenhieben sowie zu einem Bußgeld von 1 Mio. Dollar verurteilt.

Nach Ansicht der iranischen Oppositionsbewegung NCRI würden die vorliegenden Dokumente sehen lassen, dass der „Iran Deal“ auf Maß von Assadi vereinbart und geschrieben wurde: „Olivier Vandecasteele ist ein Opfer davon geworden.“ 

Der Fall Djalali

Aus dem Kabinett des belgischen Justizministers Vincent Van Quickenborne verlautet dazu, dass es in der Tat Gespräche bezüglich des Gefangenenaustauschs zwischen unserem Land und dem Iran gegeben habe.

Doch dabei ging es vor allem wohl um den damals schon in Teheran festgesetzten Gastprofessor der Brüsseler Universität VUB, dem iranisch-schwedischen Mediziner Ahmadreza Djalali, der seit 2016 im Iran in Haft ist und der dort wegen Spionage zum Tode verurteilt wurde. Das formelle Abkommen zum „Iran Deal“ datiere vom 11. März 2022.

Dazu soll es auch bereits im Dezember 2020 ein Telefongespräch zwischen der damaligen belgischen Außenministerin Sophie Wilmès (MR) und ihren iranischen Amtskollegen Mohammad Javad Zarif gegeben haben, wie aus den vorliegenden gehackten iranischen Dokumenten ersichtlich sein soll. 

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