Im Zuge der europaweiten „Eureka“-Ermittlungen und den zahlreichen Festnahmen am Mittwoch müssen in Belgien 13 Personen vor dem Untersuchungsrichter erscheinen. Für 7 der Verdächtigen liegt ein Auslieferungsantrag der italienischen Justiz vor. In Genk, wo es auch zu Festnahmen kam, findet zufällig am Donnerstag ein Kongress zum Thema „Organisierte Kriminalität“ statt.
Ermittlungen gegen die Maffia: 13 Verdächtige vor dem Untersuchungsrichter
6 der Verdächtigen erschienen schon am Mittwoch vor dem Untersuchungsrichter. Dieser ordnete für 3 von ihnen Untersuchungshaft an, für zwei weitere eine Freilassung mit Überwachung durch eine elektronische Fußfessel und für eine weitere Person Freilassung unter strengen Auflagen.
Für 7 der 13 in Belgien festgenommenen mutmaßlichen 'Ndrangheta-Mitglieder liegen Auslieferungsanträge aus Italien vor. Die in Belgien festgenommenen Verdächtigen operierten aus der flämischen Provinz Limburg, genauer aus der ehemaligen Bergbaustadt Genk aus.
Ihnen wird Mitgliedschaft in einer Maffia-Bande, internationaler Drogenschmuggel und -handel, Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Am Mittwoch wurden in verschiedenen Ländern in Europa etwa 142 Personen bei zahlreichen Razzien und Hausdurchsuchungen festgenommen. Dabei soll es sich um die größte Polizeiaktion gegen die Maffia aus Kalabrien in Europa gehandelt haben.
Konferenz in Genk zum Thema „Organisierte Kriminalität“
Zufällig findet einen Tag nach der „Eureka“-Aktion der Polizei im limburgischen Genk eine Konferenz zum Thema „Organisierte Kriminalität“ statt. Dabei geht es um Möglichkeiten, zu erkennen, wann Kriminelle die Gesellschaft unterwandern und versuchen, ihre Gewinne in die „legale“ Wirtschaft einzubringen.
Das betrifft z.B. Investitionen in Immobilien oder in die Gastronomie, um kriminell erwirtschaftetes Geld zu waschen. Doch auch Cannabisanbau und die Herstellung von synthetischen Drogen spielt dabei eine Rolle, wie auch Menschenhandel gepaart mit Ausbeutung, z.B. in der Prostitution oder in den zahlreichen Firmen, in denen „Autowäsche mit der Hand“ angeboten wird.
Dieser Kongress sei bereits länger geplant gewesen, so Wim Dries (CD&V), der Bürgermeister von Genk, falle also nur zufällig mit der Polizeiaktion zusammen, bei der auch in seiner Stadt Verdächtige festgenommen wurden.
Lokale Verwaltungen können eigentlich recht schnell erkennen, wann eine kommerzielle Tätigkeit verdächtig erscheint, so Dries: „Die Aktion von gestern zeigt, dass die organisierte Kriminalität irgendwie versucht, an die Oberfläche zu gelangen und irgendwo Geld waschen will. Und da ist eine Handhabe der Behörden erforderlich und darum geht es bei der Konferenz heute. Denn lokale Verwaltungen können mit ihren Augen und Ohren helfen.“

