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Trotz Protesten: Modernistische Villa aus den 1950er Jahren in Zemst abgerissen

In Zemst in der Provinz Flämisch-Brabant ist die „Villa Vaeck“ abgerissen worden, eine klassische modernistische Villa aus den 1950er Jahren abgerissen worden (Foto). Vor zwei Monaten waren erste Arbeiten zur Vorbereitung eines Abrisses noch stillgelegt worden, weil eine Berufung dagegen eingereicht wurde. Inzwischen hatte eine Online-Petition rund 4.000 Unterschriften gegen diesen Abriss erbracht. Trotzdem rückten am Dienstag die Bagger an und schafften Tatsachen.

Andreas Kockartz
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Die „Villa Vaeck“, das 1956 gebaute frühere Wohnhaus des Architekten Roger De Winter, stand bereits einige Zeit lang leer und wurde für unbewohnbar erklärt. Die heutigen Besitzer fanden eine Restaurierung zu teuer, auch wegen der hohen Kosten für eine zeitgemäße Isolierung. Sie wollten das Gebäude abreißen lassen. 

Dazu erteilte die Gemeinde Zemst im März eine vorläufige Genehmigung, doch dagegen wurde umgehend Beschwerde eingereicht. Viele Zeitgenossen hielten dieses architektonische Juwel, das leider nicht denkmalgeschützt war, für erhaltenswürdig, was die rund 4.000 Unterschriften einer Online-Petition unterstreichen.

Vor allem Paul De Winter, der Sohn des Architekten, hoffte, dass das Gebäude noch gerettet werden konnte und er lancierte Anfang April die Berufung gegen die vorläufige Abrissgenehmigung. Aufgrund dieses Verfahrens wurden die Abrissarbeiten für eine Dauer von 60 Tagen ausgesetzt. Und doch haben die heutigen Besitzer des Anwesens die „Villa Vaeck“ am Dienstag abreißen lassen.

"Erschrocken"

Veerle Geerinckx (N-VA), die Bürgermeisterin von Zemst, reagierte erschrocken, als sie hörte, dass die Villa nicht mehr steht: „Wir hatten Freitag schon die Polizei dorthin geschickt, weil uns gemeldet wurde, dass dort am Gebäude gearbeitet werde. Es schien sich dabei aber nur um das Entfernen einiger Asbestplatten zu handeln, was sowieso passieren musste.“

Die Polizei hatte die Besitzer am Freitag noch gewarnt, denn, so Bürgermeisterin Geerinckx, „solange eine Berufung läuft, ist die Abrissgenehmigung nicht ausführbar.“ Sie sei erschrocken gewesen, als sie am Dienstag hörte, dass jetzt „strukturelle Arbeiten durchgeführt worden sind.“ Der entstandene Schaden ist nicht wieder zu reparieren.

Sie verstehe nicht, warum das so schnell geschehen ist, während eigentlich auf den Ablauf des Berufungsverfahrens gewartet werden muss. Wie sie jetzt vorgehen werde, sagte sie noch nicht, „denn es hat keinen Sinn, um den Ereignissen vorzugreifen. Jetzt muss das weitere Verfahren abgewartet werden.“  

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