Die Zahl der Arbeitsmigranten, die von außerhalb Europas bzw. der EU im belgischen Bundesland Flandern beschäftigt sind, hat sich innerhalb knapp eines Jahres fast verdoppelt, wie die flämische Landesbehörde für wirtschaftliche Einwanderung meldet. Diese Einwanderer werden spezifisch in sogenannten Engpass- oder Mangelberufen eingesetzt, z.B. als LKW-Fahrer, Metzger und Schlachter, als Koch sowie im Pflege- und Gesundheitsbereich.
Die Zahl der nicht-europäischen Arbeitsmigranten in Flandern hat sich letztes Jahr fast verdoppelt
Seit der zweiten Hälfte des Jahres 2021 nimmt die Zahl der Stellenangebote beim flämischen Arbeitsamt VDAB exponentiell zu, vor allem im Bereich Fachkräfte aber auch bei Berufen, in denen geringqualifizierte Arbeitskräfte beschäftigt werden können. Um all diese offenen Stellen besetzen zu können, haben Arbeitgeber die Möglichkeit, auch auf Arbeitskräfte zurückzugreifen, die nicht aus Belgien bzw. nicht aus der Europäischen Union kommen.
Jährlich kommen alleine in Flandern bis zu 150.000 Arbeitskräfte von außerhalb der EU arbeiten, wie VRT NWS der Statistik von VDAB und der flämischen Landesbehörde für wirtschaftliche Einwanderung entnehmen konnte. Doch in verschiedenen Bereichen, wie bei Metzgern, Pflegepersonal oder Köchen finden sich sogar zu wenig europäische Kandidaten. Aus diesem Grunde können Arbeitgeber hierzulande auch auf Arbeitsmigranten außerhalb Europas zurückgreifen bzw. aus „Drittländern“.
Wir haben die Liste der betroffenen Berufe unlängst wieder erweitern müssen.“
Flanderns Arbeitsminister Jo Brouns
Dies geschieht inzwischen auch in Flandern immer häufiger. Die Zahl der nicht-europäischen Arbeitnehmer stieg 2022 um fast 90 % gegenüber 2021 auf derzeit rund 16.100 Beschäftigte. Auffallend ist dabei, dass über die Hälfte dieser Arbeitnehmer in Flandern bei Transportunternehmen als LKW-Fahrer arbeitet. Daneben betrifft dies Chefköche, Pfleger aber auch Metzger und Schlachter, Installateure und IT-Kräfte. Und hier kommen fast die Hälfte der entsprechenden Kollegen aus der Türkei oder aus Marokko. Im Pflege- und Gesundheitsbereich kommt hingegen die Mehrheit der Arbeitsmigranten aus Indien.
„Wir haben die Liste der betroffenen Berufe unlängst wieder erweitern müssen“, so Landesarbeitsminister Jo Brouns (CD&V): „Insgesamt stehen jetzt 234 Mangelberufe auf dieser Liste. Arbeitgeber mit solchen Stellenangeboten in unserem Land oder in der EU nicht genug Kandidaten. Für 22 dieser Berufssparten können sie über einen ‚single permit‘ außerhalb der EU Mitarbeiter anwerben.“
