Ein Samenspender aus den Niederlanden hat weitaus mehr Frauen befruchtet, als gesetzlich zugelassen. Alleine in den Niederlanden sollen über 100 Kinder von ihm abstammen und weltweit bis zu 500. In den Niederlanden wurde dem Mann jetzt die Zulassung entzogen. Auch in Belgien wird gegen ihn ermittelt, denn auch hier hat er Frauen befruchtet. Jetzt soll ein Zentralregister zu diesem Thema möglichen Missbrauch verhindern helfen, doch, so ein Experte, Kinderwunsch regeln sei kein einfaches Unterfangen.
Ein umstrittener niederländischer Samenspender befruchtete auch Frauen in Belgien
Ein Gericht in Den Haag hat dem Mann, Jonathan M. (41, Foto oben links) jetzt die Zulassung als Samenspender entzogen, denn er hat weitaus mehr Kinder gezeugt, als dort gesetzlich zugelassen ist. Angezeigt hatten ihn die niederländische Stiftung „Spenderkind“ und eine Mutter. Der Angeklagte darf auch nicht mehr z.B. online für seine Dienste werben. Bei Zuwiderhandlung drohen M. Zwangsgelder von 100.000 €.
In Belgien sind zwar bislang nur zwei Fälle bekannt, doch hier wird trotzdem gegen den Mann ermittelt. So viele Kinder zeugen, bringe Risiken mit sich, begründet Belgiens Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) den Gang vor die Justiz: „Es kann nicht sein, dass zu viele Menschen, die miteinander Kinder kriegen, vielleicht nicht wissen, dass sie womöglich Inzucht betreiben. Das ist mit vielen medizinischen Risiken verbunden. So jemand sorgt für Risiken, wo Menschen, die sich dessen nicht bewusst sein können, Opfer von werden können.“ In Belgien ist es gesetzlich erlaubt, dass mit dem Samen eines Spenders maximal 6 Kinder gezeugt werden dürfen.
Derzeit ist ein zentrales Register in Arbeit, dass möglichen Missbrauch ausschließen soll. Herman Tournaye (Foto unten), Leiter des Zentrums für reproduktive Medizin an der Universitätsklinik Brüssel, ist der Ansicht, dass ein solches Register ein guter erster Schritt sei, doch er warnt davor, dass Paare aufgrund ihres Kinderwunsches oft sehr weit gehen würden: „Man kann das z.B. in einem Land regeln, vielleicht sogar europaweit. Doch was Behandlungen über die Grenze betrifft, machen sich wenig Leute Gedanken. Es gibt z.B. Fernsehprogramme über Leihmütter in Zypern, über Eizellenspender in Spanien… Kinderwunsch kann so stark sein, dass Regeln und Gesetze manchmal nicht helfen. Das ist etwas, das man immer im Hinterkopf behalten sollte.
