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Die Königliche Bibliothek in Brüssel zeigt die älteste in Niederländisch verfasste illustrierte Handschrift

Die Königliche Bibliothek in Brüssel hat in ihrer Sammlung ein ganz besonderes Werk. Das ist die „Reimbibel“ von Jacob van Maerlant (ca. 1225 - ca. 1299) aus dem 13. Jahrhundert, die älteste bekannte in Niederländisch verfasste illustrierte Handschrift. Dieses Buch ist nicht nur aufgrund seines Autoren bemerkenswert, sondern vor allem wegen seines luxuriösen Charakters und seiner künstlerischen Ausführung, die von einem hohen Niveau zeugt. Seit dem 23. Mai ist diese Handschrift in der KBR zu sehen und an diesem 24. Mai erscheint ein Buch dazu, in dem dieses historische Dokument detailreich analysiert wird.

Andreas Kockartz
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Der Dichter Jacob van Maerlant gehörte im 13. Jahrhundert zu den bekanntesten und produktivsten Schriftstellern in den mittleren Niederen Landen. Sein Ziel war es seinerzeit, in Latein verfasste Schriftstücke zu übersetzen, damit das Wissen, das daraus zu schöpfen war, auch in der Sprache des Volkes gelesen werden konnte. Vor rund 755 Jahren verfasste Van Maerlant die ersten niederländische Geschichten aus der Bibel und dies zudem noch in Versform.

Er basierte seine Schriften auf den damals zur Verfügung stehenden Quellen aus kirchlichen und intellektuellen Kreisen, um für diejenigen zu schreiben, die des Lateinischen nicht mächtig waren. Sicher ist, dass seine Schriften von höchsten Kreisen konsultiert wurden, z.B. am gräflichen Hof in Holland. Wer allerdings seine Auftraggeber waren, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall sprach seine „Reimbibel“ ein kultiviertes und gebildetes Publikum an.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Kostbares Stück

Eine dieser „Reimbibeln“ gehört zur Sammlung der Königlichen Bibliothek (KBR) in Brüssel (Inventarnummer ms. 15001) und diese gehört zu den kostbareren Ausgaben, ist sie doch handschriftlich verfasst und mit 159 illustrativen Miniaturen reich und reichlich bebildert. Diese Ausgabe müsste aus dem letzten Viertel des 13. Jahrhunderts stammen, erschien also noch zu Lebzeiten des Autoren Jacob Van Maerlant. Sie ist damit die älteste bekannte illustrierte Handschrift aus den Niederen Landen. Sie ist zudem die am reichhaltigsten illustrierte Handschrift aus dieser Zeit und aus dieser Region.

Jetzt haben Wissenschaftler der KBR und von flämischen und niederländischen Universitäten dieses Werk mithilfe hochtechnologischer Apparatur genauestens unter die Lupe genommen. Dass diese Illustrationen teilweise mit Blattgold ausgeführt worden sind, ist bereits seit einem Vierteljahrhundert bekannt, doch seinerzeit wurde eine Restauration verschoben, weil die Technologie von damals nicht ausreichte, um hier adäquat vorgehen zu können.

(Lesen Sie bitte unter den Fotos weiter)

Seit 2014 aber liefen eine Restaurierung und eine Analyse quasi gleichzeitig und in minutiöser Kleinstarbeit erfolgte die Bearbeitung jeder einzelnen Seite und jeder einzelnen Illustration. Dabei wurde alles digitalisiert, was auch die Grundlage für ein Buch bildet, dass Ende Mai unter dem Titel „Die Reimbibel von Jacob Van Maerlant: Die älteste Handschrift in Niederländisch“ („De Rijmbijbel van Jacob van Maerlant: Het oudste geïllustreerde handschrift in het Nederlands“) beim Verlag Amsterdam University Press erscheinen wird. Ab dem 23. Mai ist das Werk denn auch in der KBR zu sehen und zwar gemeinsam mit weiteren ausgewählten illustrierten Handschriften, Büchern und Drucken aus dem Mittelalter und der Renaissance.

KBR, Kunstberg 28, 1000 Brüssel, www.kbr.be    

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