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Irgendwo in Molenbeek

Die Gemeinde Molenbeek reicht die Brüsseler Kandidatur für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2030 ein

Nicht Brüssel-Stadt oder die Region Brüssel-Hauptstadt reichen die Bewerbung für die Kandidatur zur Europäischen Kulturhauptstadt 2030 ein, sondern die multikulturelle Brüsseler Gemeinde Sint-Jans-Molenbeek. Dies hat sowohl formelle als auch inhaltliche Gründe. Europa sucht nach Orten mit großen gesellschaftlichen Rissen und aus Richtung Molenbeek werden heute Brücken zum Rest der belgischen Hauptstadt geschlagen.

Andreas Kockartz
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Dies sagen die beiden Beauftragten für die Kandidatur, Fatima Zibouh und Jan Goosens (Foto unten). Nach einer Meldung der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ soll der Name Molenbeek später auch in der definitiven Benennung des Projekts verankert werden, doch darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Dass die Wahl auf Molenbeek fiel, hat einerseits einen praktischen Grund: Der Antragsteller muss eine Gemeinde sein. Damit fällt die Brüsseler Hauptstadt-Region weg. Und die Gemeinde Brüssel-Stadt hatte bereits für die Kandidatur für die Europäische Kulturhauptstadt im Jahr 2000 gestanden. Und, so Mit-Kurator Jan Goosens, „es gibt auch einen Trend, sich weniger schnell für eine Hauptstadt zu entscheiden.“

Andererseits ist die Entscheidung für Molenbeek auch eine inhaltliche Wahl. Der Name Molenbeek ist heute international noch mit den Anschlägen auf Brüssel im März 2016 verbunden, weil einige der Attentäter von hier kamen und die Gegend gilt als vermeintlicher Hort des Islamismus.

Die Wahl für Molenbeek gibt unserem Projekt direkt auch eine starke Identität, die uns von anderen Kandidaten unterscheiden wird.“

Jan Goosens, Co-Kurator für die Brüssel 2030-Kandidatur

Doch hier passiert viel mehr und der Titel „Kulturelle Hauptstadt Europas“ kann dabei helfen, dies zu fördern.

„Europa ist auch auf Suche nach Initiativen, die von gesellschaftlichen Brüchen ausgehen, die Gebiete transformieren. Molenbeek ist solch ein Ort: Eine Ankunftsgemeinde mit Armut aber auch mit einem formidablen sozialen Lift, mit einer sehr anwesenden Jugend und mit Kulturpolen z.B. an der Manchesterstraat und am Westbahnhof“, so Goosens gegenüber BRUZZ.

Von Molenbeek aus wollen die beiden Beauftragten für dieses Projekt Brücken in Richtung zahlreicher anderer Partner und Projekte schlagen: „Die Wahl für Molenbeek gibt unserem Projekt direkt auch eine starke Identität, die uns von anderen Kandidaten unterscheiden wird. Die Zukunft unserer Städte in Europa ist nun einmal super divers, großstädtisch und nachhaltig. Das sind Dinge, die heute in Kortrijk, Löwen oder sogar Gent weniger eine Rolle spielen.“ 

Fatima Zibouh und Jan Goosens
Das Gemeindehaus von Molenbeek
Multikulturelle Gemeinde

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