Der Jubelpark ist mehr als ein Triumphbogen, Rasenbeete und Kastanienbäume in Reih und Glied. Hinter den wuchtigen Fassaden wirken gleich drei Museen, die jedes auf seine Weise, einmalig und relevant sind: das Armeemuseum, das Königliche Museum für Kunst und Geschichte und Autoworld. Voraussetzung genug, um den Gebäude- und Museumskomplex umfassend zu renovieren. Am besten rechtzeitig für 2030, wenn das 200-jährige Bestehens Belgiens gefeiert werden soll.
Nach umfassenden Renovierungen sollen Jubelpark und Museen 2030 zur wichtigsten Touristenattraktion Belgiens werden
Der Jubelpark, wie der gesamte Park- und Gebäudekomplex direkt am Europaviertel genannt wird, soll 2030 die Rolle des soziokulturellen Leuchtturms ausspielen, vergleichbar mit dem New Yorker Central Park. Das wenigstens schwebt dem belgischen Staatssekretär für Wissenschaftspolitik, Thomas Dermine (französischsprachige Sozialisten, PS) vor: "Das Museum für Kunst und Geschichte ist in die Jahre gekommen, es ist fast ein Museum in einem Museum", meint Dermine, der sich wünscht, dass bald jeder Belgier und Tourist den Jubelpark kennt.”
Unter der Leitung des gemeinnützigen Vereins Horizon 50-200 soll das Gelände des Cinquantenaire, die die Anlage auf Französisch heißt, zu einem "modernen Museumspark werden, der nicht mehr das Belgien des vergangenen Jahrhunderts repräsentiert, sondern seine Zukunft, Weltoffenheit, seine kulturelle und sprachliche Vielfalt ...", sagte Dermine am Donnerstagmorgen bei der Vorstellung des ehrgeizigen Projekts.
Die Institutionen vor Ort werden in zwei Pole gegliedert: einen für das Kulturerbe (Kunst- und Geschichtsmuseum) und einen für Innovation (Armeemuseum), erklärte der ehemalige Leiter des Bozar, Paul Dujardin, der das Projekt Horizont 50-200 verwaltet. Es soll auch darüber nachgedacht werden, wie die Museen attraktiver werden, insbesondere für die jüngere Generation.
Im Jahr 2024 wird in der Bordiau-Halle anlässlich der belgischen Präsidentschaft des Europäischen Ministerrates eine besondere Ausstellung stattfinden: Towards New Worlds: Belgian Exploration through Time and Space (Auf dem Weg zu neuen Welten: Belgische Erforschung durch Zeit und Raum), die Kunst und Wissenschaft verbinden soll.
Cinquantenaire wie Central Parc?
Die Aufwertung der Domäne setzt auch die Renovierung des denkmalgeschützten Parks voraus. Nur ein paar Gehminuten von den wichtigsten EU-Institutionen ist der Park morgens, mittags und abends Arbeits- und Nachhauseweg, Spaziermeile und Joggingparcours für Tausende internationalen Beamte, Expates und viele Brüsseler.
"Ein grünes Herz, das die Einwohner von Brüssel und Europa verbindet", illustrierte der EU-Haushaltskommissar Johannes Hahn. Die Kommission unterstützt die Initiative übrigens durch einen Architekturwettbewerb. Der Wettbewerb wurde ausgeschrieben, um Lösungen für die Überdachung des Autobahntrichters zu finden, der den Park derzeit in zwei Hälften teilt (siehe unten).
Nachdem die Beleuchtung der Denkmäler und Bögen erneuert wurde, wird nun auch der Park restauriert. Vielleicht eine Gelegenheit, die belgische Kolonialgeschichte aufzugreifen, da eine Reihe von Erbgut- und Architekturelementen direkt mit der Kolonialisierung des Kongo durch Belgien verbunden sind (darunter das Kongo-Monument und die Statue von Albert Thys).
