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Vor 80 Jahren: Die einzige erfolgreiche Befreiung von Juden aus einem KZ-Zug in Europa

Vor genau 80 Jahren fand die einzige erfolgreiche Befreiung von Insassen eines Deportationszuges in Europa statt. Am 19. April 1943 stoppten die drei Brüsseler Youra Livchits, Jean Franklemon und Robert Maistriau zwischen Boortmeerbeek und Haacht in der Provinz Flämisch-Brabant einen KZ-Zug mit 1.631 Deportierten an Bord. Dabei konnten 236 Juden entkommen. 121 von ihnen überlebten den Holocaust und die Vernichtungslager der Nazis. 

Andreas Kockartz
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Der Zug hatte am 19. April 1943 gegen 22 Uhr das Sammellager in der Kaserne Dossin in Mechelen verlassen. Die drei befreundeten Widerstandskämpfer installierte am Gleis ein rotes Signal, an dem der Zug anhielt. Mit nur einem Revolver und drei Zangen ausgerüstet konnte das Trio 236 Menschen aus den Zug entkommen lassen. Diese Befreiung aus dem als "20. Zug" bekannten Deportationszuges ging vor allem in Belgien selbst in die Geschichte ein.

Simon Gronowski, der damals aus diesem Zug fliehen konnte, erzählte viele Jahre später eindrucksvoll seine Geschichte, worauf Koen Aerts, ein der Universität Gent (UGent) und dem Studien- und Dokumentationszentrum für Krieg und zeitgenössische Gesellschaft (Cegesoma) nahestehender Historiker gegenüber VRT NWS hinwies: "Das ist wichtig, angesichts dessen, dass Erinnerungen an den Widerstand von den Historikern lange Zeit zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wurde, im Vergleich mit Geschichten über Repression und Kollaboration." 

Es wurden auch andere Versuche unternommen, um Deportationszüge aufzuhalten, doch dies ist der einzige Versuch in Europa gewesen, der gelingen konnte.“

Koen Aerts, Historiker (UGent)

Der Plan der drei Widerstandskämpfer sei so genial wie einfach gewesen und sei auch deshalb nicht zu unterschätzen, so Koen Aerts weiter: "Es wurden auch andere Versuche unternommen, um Deportationszüge aufzuhalten, doch dies ist der einzige Versuch in Europa gewesen, der gelingen konnte."

Insgesamt konnten in dieser Nacht 236 Juden aus dem "20. Zug" entkommen. 121 von ihnen überlebten den Holocaust. Einige wenige kamen bei dem Fluchtversuch ums Leben und leider wurden 89 von ihnen wieder aufgegriffen und mit einem späteren Deportationszug doch noch in ein KZ gebracht. 

Hier bei Boortmeerbeek wurde der "20. Zug" mit einem improvisierten roten Signal angehalten

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