Zum ersten Mal seit zwei Jahren ist der Export von Waren und Gütern aus Belgien rückläufig, zumindest im Hinblick auf die Zahlen von Februar 2023. Dies ist aus einer ersten vorläufigen Schätzung der Belgischen Nationalbank (BNB) ersichtlich.
Der belgische Export ist im Februar zum ersten Mal in zwei Jahren zurückgegangen
Im Februar dieses Jahres verzeichnete der Import von Waren und Gütern nach Belgien ein Wachstum von 2,7 %, während der Export um 1,4 % zurückging. Das ist der erste rückläufige Wert seit Februar 2021, wie die Nationalbank mitteilt.
In den drei letzten Monaten, zu denen die entsprechenden Angaben vorliegen (zwischen Dezember 2022 und Februar 2023), lag das durchschnittliche Wachstum von Ein- und Ausfuhr in Belgien bei 3,6 bzw. 3,3 %. Laut der BNB handelt es sich hierbei um Wachstumswerte, die sich am historischen Durchschnitt von vor der Corona-Pandemie (mit sinkenden Zahlen) bis zur darauffolgenden Erholung der Wirtschaft (mit steigenden Zahlen) orientieren bzw. dahin zurückkehren.
Etwas schlechtere Handelsbilanz
Die Handelsbilanz hat sich in den drei oben genannten Monaten für Belgien ein bisschen verschlechtert. Es lag ein Überschuss von 0,9 Mia. € vor, gegenüber 1,2 Mia. € vor einem Jahr.
Gut schneiden Sektoren, wie Transportmaterial, Maschinen, Elektronik mit starken Wachstumszahlen sowohl beim Export als auch beim Import. Auch der Lebensmittelsektor verzeichnet ein deutliches Wachstum - auch durch die steigenden Preise, doch der Beitrag dieses Sektors bleibt noch recht bescheiden. Im Chemie- und im Pharmasektor hingegen sind deutlich sinkende Werte zu verzeichnen, was sich stark auf die Statistik auswirkt.
Einfluss durch den Ukraine-Konflikt
Die Nationalbank bemerkt zum Schluss, dass flüssiges Erdgas im Zuge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine inzwischen ein Fünftel der gesamten Gaseinfuhr in Belgien betrifft. Belgien verfügt im Hafen von Zeebrügge über ein wichtiges LNG-Terminal, über das auch Flüssiggas in andere Länder - innerhalb und auch außerhalb der EU - exportiert wird.
Dies wirkt sich positiv auf die belgische Handelsbilanz aus. „Der größte Teil dieser Einfuhr kommt aus Katar, doch ein nicht unwichtiger Anteil kommt aus den USA und aus Russland. Es scheint so, als ob Russland das LNG-Terminal von Zeebrügge als ‚Umweg‘ für seinen Gas-Export in Länder nutzt, die nicht zur Europäischen Union gehören“, heißt es dazu bei der BNB. Vorläufig fließt kein russisches Gas mehr direkt über Pipelines nach Europa.
