Nach einem Bericht der frankophonen Tageszeitung Le Soir pendeln heute bis zu 100.000 Berufstätige aus der Wallonie und aus der teilweise frankophonen Region Brüssel-Hauptstadt nach Flandern zur Arbeit. Vor über 20 Jahren lag diese Zahl mit täglich etwa 70.000 Berufspendlern noch deutlich niedriger.
Immer mehr Wallonen und frankophone Brüsseler finden in Flandern Arbeit
Le Soir unterscheidet in der Aufzählung der frankophonen Arbeitnehmer in Flandern zwischen französischsprachigen Brüsselern und Wallonen. Während Anfang des neuen Jahrtausends noch etwa gleich viele Brüsseler und Wallonen nach Flandern zur Arbeit fuhren, etwa 35.000 aus jeder Region, haben sich die Zahlen inzwischen verschoben.
Im vergangenen Jahr pendelten rund 56.000 frankophone Brüsseler nach Flandern und etwa 45.000 Wallonen. Statistisch gesehen ist die Zahl der Beschäftigten aus der Wallonie in Flandern etwas rückläufig, doch im Allgemeinen zieht es mehr und mehr Arbeitnehmer hierhin.
Zum einen kann mit dieser Entwicklung etwas dem akuten Facharbeitermangel in Flandern entgegengewirkt werden und zum anderen entspricht dies einem Ansinnen der belgischen Bundesregierung, die sich mehr Bewegung auf dem Arbeitsmarkt zwischen den Ländern und Regionen wünscht. Dies ist ein Punkt auf der Tagesordnung des Plane, bis 2030 einen belgienweiten Beschäftigungsgrad von 80 % zu erreichen.
