Im vergangenen Jahr wurden in Belgien rund 4.700 Verkehrsunfälle mit Verletzten oder mit Todesopfern registriert, bei denen Fahrerflucht mit im Spiel war. Dies ist die höchste Zahl seit 10 Jahren, meldet das belgische Institut für Verkehrssicherheit VIAS. Fußgänger und Radfahrer sind am häufigsten Opfer von Unfällen mit Fahrerflucht in unserem Land. Die übergroße Mehrheit der Täter wird allerdings identifiziert und überführt.
Bei den insgesamt 37.306 Unfällen mit körperlichem Schaden als Folge, die 2022 in Belgien registriert wurden, lag in 4.708 Fällen Fahrerflucht vor. Das war demnach in 12,6 % der Unfälle der Fall. Dies ist die höchste Zahl seit 10 Jahren, so VIAS. Dieser Wert ist insofern beunruhigend, als dass die Zahl der Verkehrsunfälle in Belgien seit 2013 im Allgemeinen rückläufig ist.
Die meisten Unfälle mit Fahrerflucht werden in der Region Brüssel-Hauptstadt festgestellt. In 16 % aller Verkehrsunfälle mit Verletzten oder mit Todesopfer entfernen sich hier die Unfallverursacher von Unfallort. In Flandern ist dies in 12 % der Unfälle der Fall und in der Wallonie kommt dies bei etwa jedem 10. Verkehrsunfall vor.
Rasch ermittelt
Positiv in dieser eher tristen Entwicklung ist, dass die allermeisten flüchtenden Unfallfahrer - gut 85 % - ermittelt, identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden können. Dies ist u.a. auf immer mehr Kameras zur Verkehrsüberwachung und private Überwachungskameras zurückzuführen, aber auch, weil andere Verkehrsteilnehmer aufmerksamer sind und Fälle melden.
Die meisten Opfer von Unfallflucht sind die sogenannten „schwachen Verkehrsteilnehmer“, also Radfahrer und Fußgänger. In 21 % der Unfälle mit Radfahrern überlässt ein Unfallverursacher das Opfer seinem Schicksal und dies ist auch der Fall bei fast jedem 7. Unfall mit einem Fußgänger.
Stress
In den meisten Fällen unterschätzen die Unfallverursacher, die nicht immer Autofahrer sein müssen - oft handelt es sich auch um Radfahrer, die Unfallflucht begehen - die Folgen eines Unfalls. Manchmal aber fliehen sie bewusst vom Unfallort, um den Folgen für sie persönlich zu entgehen oder weil sie im Zuge dessen unter Stress stehen.
Nicht selten stehen solche Verkehrsteilnehmer unter Drogen oder haben Alkohol getrunken. VIAS fordert von den Verkehrsbehörden jetzt bei den Fahrschulen auch das Thema Stressbeständigkeit in den Fokus zu rücken und noch mehr Aufklärung in Sachen Drogen und Alkohol am Steuer zu leisten.
