Das belgische Bundesland Flandern gehört zu den Regionen in Europa, in denen die Wasserreserven stets knapp sind. „Der ausreichende Bestand von Wasser für die Haushalte, die Industrie und die Natur ist denn auch weit von Evident entfernt“, sagte Bernard De Potter, der Generaldirektor der Flämischen Umweltgesellschaft (VMM) vor einiger Zeit gegenüber dem Magazin „Mediaplanet“.
Flandern und seine zu knappen Wasserreserven: "Jeder Tropfen zählt"
Die Flämische Umweltgesellschaft behält die Wasserreserven in Flandern genau im Auge, denn dies gehört zu ihren Kernaufgaben. Die VMM kontrolliert Quantität und Qualität des Wassers, verwaltet die nicht schiffbaren Wasserläufe, monitort die Grundwasservorräte, bietet Gutachten zu Umweltgenehmigungen und überwacht die Klärung von Trinkwasser. Zudem treibt die Umweltgesellschaft Gebühren und Bußgelder für Wasserverschmutzung ein und sie sorgt dafür, dass die, die Grundwasser abpumpen dürfen, dafür auch bezahlen. Nicht zuletzt sorgt die VMM auch für die Trinkwasserversorgung in Flandern, wie Generaldirektor Bernard De Potter erwähnt: „Wir stellen und als lösungsorientierter Partner auf, wenn es um die klimabeständige Lebensumstände geht.“
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Flandern steht in Europa oben auf der Liste der Regionen, in denen die Wasserreserven stets knapp sind. Doch warum ist das so? „Wir sind ein dicht bevölkertes Gebiet mit viel Bodenverhärtung, einer wasserintensiven Wirtschaft und einer unzureichenden zirkulären Infrastruktur, die Wasser speichern kann.
Überdies sorgt die Klimaveränderung für intensivere Wetterumstände“, so De Potter gegenüber „Mediaplanet“. Flandern habe quasi gleichzeitig mit Trockenheit und mit Überflutungen zu kämpfen: „In den vergangenen sechs Jahren hatten wir nicht weniger als fünf Sommer mit extremer Trockenheit und den schweren Überschwemmungen 2021.“
Wie sichert Flandern seine knappen Wasserreserven?
Im Jahr 2020 lancierte die flämische Landesregierung mit dem sogenannten „Blue Deal“ einen ambitionierten Plan, um die Problematik der Trockenheit und den dazugehörenden Wassermangel anzugehen. Teil dieses Plans ist auch die Arbeit der VMM, wie deren Generaldirektor andeutet: „Der Ausgangspunkt ist, dass wir mit unserem Wasser intelligenter umgehen müssen, denn jeder Tropfen zählt. Weniger Wasser verbrauchen und alternative Quellen, wie z.B. Regenwasser nutzen. Daneben müssen wir die Gebiete, die von Natur aus Wasser aufnehmen, schützen oder wieder in ihren Ursprungszustand zurückversetzen.“ Das betrifft in Flandern z.B. Moore, Täler und Vennlandschaften. Der „Blue Deal“ müsse dafür sorgen, dass die blau-grünen Netze widerstandsfähiger gegen den Klimawandel werden.
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VMM Generaldirektor Bernard De Potter setzt darauf, dass die Gesellschaft in Flandern in dieser Frage zusammenarbeitet: „Wasser ist als kostbare Quelle mit unserer Gesellschaft verwoben. Es ist für unsere Natur unersetzlich und wird aktiv von Unternehmen, Landwirten, lokalen Verwaltungen und den Bürgern genutzt. Wir müssen darum alle zusammen sparsamer damit umspringen und aktiv über einen umweltfreundlichen Umgang damit nachdenken. Auf diese Weise wächst das Bewusstsein, dass Wasser kostbar ist. Das ist ein Gedanke, der in unserer Gesellschaft leben muss!“
Wie können die Flamen sparsamer mit Wasser umgehen?
De Potter ist der Ansicht, dass alle dazu beitragen können: Die Bürger, die Wirtschaft, die Landwirtschaft und auch die lokalen Behörden. So rät die VMM Häuslebauern und Bewohnern von Häusern mit Garten dazu, ihre Grundstücke mehr zu enthärten und mehr Wasserzisternen anzulegen. „Es ist an den lokalen Verwaltungen, beim Bau von neuen öffentlichen Projekten, wie Straßen, Plätzen oder Parks, mit Regenwasserfiltern, Regenwasserauffang, Grünflächen und Enthärtung des Bodens Rechnung zu tragen“, so Der Generaldirektor.
Die VMM reiche dazu einige geeignete Instrumente an, so De Potter weiter. „Auch für Betriebe und für die Industrie ist es günstig, Regenwasser mit benachbarten Unternehmen aufzufangen und auszutauschen. Wenn das eine Unternehmen Wasserüberschüsse hat und das andere Wasser braucht, ist Zusammenarbeit wichtig“, so Bernard De Potter zu möglichen Betriebsprozessen, an die noch zu wenig gedacht werden. Mehr Info unter www.vmm.be (in niederländischer Sprache).

