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Universitätsstudie: In Belgien halten sich rund 112.000 Menschen ohne Papiere auf

Demographen der niederländischsprachigen Freien Universität Brüssel (VUB) gehen davon aus, dass in Belgien bis zu 112.000 Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere leben. Das seien ebenso viele Menschen, wie Brügge Einwohner haben, melden einige flämische Tageszeitungen dazu. 

Andreas Kockartz Belga
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Die VUB Wissenschaftler wandten eine neue aber sehr einfache demographische und statistische Methode an, um die Zahl der sich illegal in Belgien aufhaltenden Menschen schätzen zu können. In einem Land nicht registrierte Personen können nach Ansicht der Forscher lange unentdeckt bleiben - unter Umständen so lange, bis sie sterben.

„Dann haben diese Leute nicht mehr davon, im verborgenen zu leben“, so der Demograph Johan Surkyn, der die Arbeiten an dieser Studie leitete. In den Statistiken bzw. in den Bevölkerungsregistern werden alle Personen, die auf dem belgischen Grundgebiet sterben, erfasst. Das betrifft auch jene, die sich nicht registriert in unserem Land aufhielten.

Jährlich sterben in Belgien etwa 500 Menschen, die in keinem Bevölkerungsregister erfasst sind. Über demographische Hochrechnungen konnte so erfasst werden, wie viele Menschen ohne Papiere in unserem Land leben. An einem willkürlich ausgewählten Tag wurde berechnet, dass sich rund 489.000 nicht registrierte Personen in Belgien aufgehalten haben.

Nicht alle Nicht-Registrierten sind illegal

Das sind natürlich nicht alles sogenannte „Papierlose“, sondern auch zufällig im Land befindliche Touristen oder Geschäftsreisende sowie Asylsucher mit Aufenthaltsgenehmigung. In dem die VUB-Demographen die verschiedenen Gruppen - auch mögliche Verstorbene und darunter wieder mögliche Illegale - abzogen, kamen sie auf eine Zahl von 112.000 Personen ohne Aufenthaltsrecht, die nicht aus der sogenannten Schengen-Zone kommen.

Diese Studie der drei VUB-Demographen Johan Surkyn, Pieter-Paul Verhaeghe und Sylvie Gadeyne ist neu und wurde noch nicht in einem wissenschaftlichen Fachblatt veröffentlicht. Das bedeutet, dass sie noch nicht von anderen Wissenschaftlern und Akademikern „gegengelesen“ werden konnte.

Doch die Methode, die dabei angewandt wurde, stieß bereits auf reges Interesse, wie Surkyn angibt: „Wir vermuten, dass wir in anderen Ländern Nachahmer finden“. Bei der VUB wird davon ausgegangen, dass ihre neue Methode „robuster“ ist, als bisherige Verfahren. 

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