Die Universitätsklinik von Gent arbeitet seit kurzem mit einem 3D-Scanner, in dem die Patienten aufrecht stehen. Die Uniklinik müsste die erste Klinik in den Benelux-Ländern sein, die mit einem solchen Scanner arbeitet. Die Patienten sollen bewusst aufrecht stehen, damit die Ärzte Knochen und Muskeln in belastetem Zustand analysieren können. Dies soll u.a. bei komplizierten Brüchen einen eindeutigen Mehrwert in der Behandlung bringen.
Die Uniklinik in Gent scannt Patienten mit einem 3D-Scanner, in dem man aufrecht steht
Die CT-Scans, die dieser sogenannte HiRise-3D-Scanner anfertigt, werden mit einer minimalen Strahlung angefertigt, die 20 Mal geringer ist, als beim herkömmlichen Röntgen, und hier sollen die Patienten ausdrücklich aufrecht stehend gescannt werden. Dies bietet den behandelnden Chirurgen ein besseres Bild und zwar von Knochen oder Muskeln, die belastet sind.
Der Radiologe Wouter Huysse von der Genter Uniklinik sagte dazu, dass diese Technik Daten über die Belastungen bieten: „Das hilft, um komplexe Brücke zu behandeln und bietet mehr Einblick auf den Impakt der Schwerkraft.“
Bei CT-Scannern, in denen die Patienten liegen, sind die Knochen und Muskeln entspannt, was aber offenbar nicht immer der Behandlung dienlich ist.
Diese Art und Weise bietet neue Perspektiven. Damit können mehr Daten gesammelt werden und mittelfristig können die mithilfe von Künstlicher Intelligenz schneller ausgelesen werden.“
Wouter Huysse, Radiologe an der Genter Uniklinik
Dies ist laut der Genter Mediziner oftmals bei komplizierten Brüchen der Fall, sowie bei X-Beinen und Plattfüßen oder bei angeborenen Abweichungen der Knochen oder der Bewegungsapparatur.
Dies bedeute nicht, so Huysse weiter, dass andere Scans nicht vertrauenswürdig sind: „Diese Art und Weise bietet aber neue Perspektiven. Damit können mehr Daten gesammelt werden und mittelfristig können die mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) schneller ausgelesen werden. Wir lernen hier einiges hinzu, auch wenn das noch mehr Zeit kostet. Es stellt aber einen Mehrwert dar.“
Die Genter Uniklinik bezahlte für diesen 3D-Scanner etwa 300.000 €. Die damit angefertigten Scans werden von den Krankenkassen in Belgien übrigens auf Basis der gleichen Berechnungen wie bei anderen CT-Scannern vergütet.
