Zum Hauptinhalt springen

Tierschützer veröffentlichen Bilder von Misshandlungen an Kälbern

Die Tierschutzorganisation „Ongehoord“ („Unerhört“) hat Bilder von schweren Misshandlungen an Kälbern in Ställen von Viehhändlern in Merksplas und Tielt-Winge in Flandern veröffentlicht. Ein entsprechender Bericht der flämischen Tageszeitung De Morgen wurde inzwischen gegenüber VRT NWS bestätigt. Auf den Bildern ist zu sehen, wie Kälber geschlagen und getreten werden und wie man ihnen Elektroschocks verabreicht. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

In den Sammelställen von De Kempense Exportstal in Merksplas (Prov. Antwerpen) und Vanlommel in Tielt-Winge (Flämisch-Brabant) werden Kälber schwer misshandelt. Dies ist aus Bildern und Beobachtungen der flämischen Tierschutzorganisation „Ongehoord“ ersichtlich. Die Aktivisten der Organisation filmten dort eine Woche lang mit verborgenen Kameras.

„Wir sahen Arbeiter, die Kälber mit viel Gewalt aufscheuchten“, sagte Nadine Lucas, die Sprecherin von „Ongehoord“ dazu: „Sie werden mit Stöcken geschlagen und wir sahen einen Arbeiter, der ein zu schwaches Kälbchen am Schwanz hochzieht. Einigen Tieren wurden Elektroschocks mit verbotenen Geräten verabreicht.“

Lucas unterstrich, dass es sich dabei nicht um Einzelfälle handelt: „Jeder, vom ersten bis zum letzten Arbeiter, macht genau dasselbe: schlagen, treten und Gewalt anwenden. Man kann nicht sagen, dass dies Unfälle sind. Das ist eine Schande.“ Die Tierschützer wollen den Menschen die Augen zum Thema Viehhandel öffnen, so Nadine Lucas. Die Organisation fordert denn auch eine Abschaffung von Viehzucht für den Fleisch- und Milchkonsum.“ 

Wir wollen den Menschen zeigen, was da los ist. Die Leute haben oft noch ein Idealbild von der Viehhaltung.“

Nadine Lucas, „Ongehoord“

Die Ställe von De Kempense Exportstal in Merksplas und Vanlommel in Tielt-Winge sind Sammelställe, in denen Kälber gesammelt werden, die aus der Milchviehzucht kommen. Von hier aus werden sie zu den Mastbetrieben gebracht, wo sie gemästet werden, um danach zu den Schlachthöfen verbracht zu werden.

Laut „Ongehoord“ werden diese Art der Sammelstellen und die Transporte zwischen den verschiedenen Orten so gut wie nicht kontrolliert. Die Lebensmittelbehörde FAVV kontrolliert lediglich Transporte, die ins Ausland gehen.

Die betreffenden Unternehmen können aufgrund solcher Bilder nicht gestraft werden. Das kann nur dann geschehen, denn Kontrolleure solche Vorgänge vor Ort feststellen. In Flandern mag die Zahl der Kontrolleure deutlich erhöht worden sein, doch Verfehlungen kommen immer wieder vor.

Reaktionen der Unternehmen

Bei der Kälberzucht Olen, die den Stall in Tielt-Winge betreibt, zeigte man sich erschrocken von den Bildern von „Ongehoord“ und gab gegenüber VRT NWS zu verstehen, dass direkt Maßnahmen dagegen ergriffen werden sollen. Bei den Missetätern soll es sich um „ausländische Viehtransporteure“ handeln und nur im einen eigenen Angestellten.

„Das macht es aber nicht besser“, so Johan Heylen von der Kälberzucht Olen: „Wir werden unsere Verantwortung übernehmen. Ab sofort sind in unseren Ställen alle Stöcke verboten. Wer sie noch weiter gebraucht, der wird sanktioniert.“ Die Betreiber des Sammelstalls in Merksplas wollte nicht auf die Bilder reagieren. 

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5