Ein Feuer hat das Schloss „Kasteel de Groote“ in Houthulst (Provinz West-Flandern) vollständig zerstört. Das Schloss stand bereits seit einiger Zeit leer. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt. Die Feuerwehr ließ das Schloss kontrolliert ausbrennen, um den umliegenden Wald nicht zu gefährden.
Kurz vor 4 Uhr morgens ging bei der Feuerwehr ein Anruf ein, weil das Schloss de Groote an der Eugène de Grootelaan in Houthulst in Flammen stand. Das Gebäude steht seit Jahren leer und ist zudem von Wald umgeben. "Die Zufahrtswege sind durch den jahrelangen Leerstand zugewachsen, und es war schwierig für uns, zu dem Gebäude vorzudringen", sagte Kristof Louagie von der Feuerwehr.
"Als wir ankamen, stand das Schloss bereits komplett in Flammen. Wir konnten nicht in das Gebäude eindringen, weil alle Zwischenböden aus Holz sind und bereits einstürzten. Die einzige Möglichkeit war, das Schloss kontrolliert ausbrennen zu lassen und dafür zu sorgen, dass das Feuer nicht auf den umliegenden Wald übergreift."
Deutsche Besatzer, Vandalen und Hausbesetzer
Das Schloss wurde 1848 erbaut und befindet sich im Besitz einer englischen Familie. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Gebäude zu einem wichtigen Standort für die deutschen Besatzer. Die Anlage überstand die Kampfhandlungen nicht unbeschadet und wurde 1920 wiederaufgebaut. Unter anderem wohnte Eugène de Groote, der damalig Bürgermeister von Houthulst, in dem Schloss.
Ob das Feuer gelegt wurde, ist nicht bekannt. Die Staatsanwaltschaft wird den Fall von einem Sachverständigen untersuchen lassen. Das Schloss war in den letzten Jahren allerdings schon mehrfach Ziel von Vandalismus. Im Juni 2019 verwüsteten Jugendliche das Schloss, indem sie unter anderem Äxte in Gemälde warfen. Auch Hausbesetzer haben sich dort schon aufgehalten. Das Schloss und die Domäne befinden sich heute im Besitz der englischen Familie White.
