Die Krise bei der Aufnahme von Asylbewerbern hält unvermindert an. Im März ist die Zahl der Asylbewerber, die auf einen Platz in einem staatlichen Aufnahmezentrum warten, nicht gesunken. 624 alleinstehende Männer bekamen zu hören, dass kein Platz in einem Aufnahmezentrum frei sei, nachdem sie ihren Antrag auf Asyl eingereicht hatten. Insgesamt warten 2.700 registrierte Asylbewerber immer noch auf einen Platz.
Krise bei der Aufnahme von Asylbewerbern verschärft sich erneut
Die Zahl der alleinstehenden Männer ohne Aufnahmeplatz ist gegenüber dem Februar um 70 gestiegen. Asylbewerber können sich auf eine Warteliste für einen Aufnahmeplatz setzen lassen, aber in der Zwischenzeit müssen sie sich selbst versorgen.
Im letzten Monat erhielten 1.594 registrierte Asylbewerber einen Aufnahmeplatz: alleinstehende Frauen, Familien, schutzbedürftige Männer und Personen, die bereits auf der Warteliste stehen. Die Staatssekretärin für Asyl, Nicole De Moor (flämische Christdemokraten, CD&V) betont indessen, dass sie weiterhin nach Aufnahmeplätzen sucht. Im vergangenen Monat hat die Regierung auch behördliche Maßnahmen ergriffen, um eine Reihe von Schlupflöchern zu schließen. So können abgewiesene Asylbewerber jetzt nicht länger in einem Aufnahmezentrum bleiben.
In den letzten Monaten wurde die Asylkrise in den Medien durch das Zeltlager vor dem Aufnahmezentrum Klein Kasteeltje in Brüssel und die Besetzung eines leerstehenden Bürogebäudes in der Paleizenstraat (Schaarbeek) deutlich sichtbar. Das besetzte Haus wurde geräumt und das Zeltlager ist verschwunden. "Die Krise bei der Aufnahme von Asylbewerbern ist viel weniger sichtbar geworden", sagt Thomas Willekens von der Flüchtlingsorganisation Vluchtelingenwerk Vlaanderen: "Viele Asylbewerber, die keinen Platz bekommen, verschwinden unter dem Radar. Dadurch werden sie weniger sichtbar und die Gefahr der Ausbeutung und des Missbrauchs steigt."
Willekens glaubt, dass viele Asylbewerber von sich aus eine Unterkunft bei Freunden oder Verwandten suchen. Andere kommen in besetzten Häusern unter. Einige Asylbewerber werden in andere Länder weiterziehen.
Asylbewerber suchen in Brüssel, aber auch in Antwerpen und Gent nach Hilfe. Laut Kathleen Torfs von der Hilfsorganisation Gent Samen Solidair gibt es in Gent etwa 200 Asylbewerber ohne Dach über dem Kopf. "Sie schlafen auf der Straße, in besetzten Häusern oder bei Freunden. Unsere Organisation steht wie viele andere in der Zivilgesellschaft unter einem enormen Druck. Die Kosten für medizinische Hilfe und die Verteilung von Lebensmitteln schießen in die Höhe."
